Y-90-Radioembolisation

Onkologie

Y-90-Radioembolisation wird an 1 Krankenhaus in 1 Stadt im Voumed-Netzwerk angeboten.

1 Krankenhaus bietet diese Behandlung in 1 Land über das Voumed-Netzwerk an; 1 davon ist JCI-akkreditiert.

So verifiziert Voumed die Leistungsdaten der Krankenhäuser

Die Y-90-Radioembolisation bringt eine Strahlentherapie über die Blutbahn von innen direkt in Lebertumoren ein. Millionen mikroskopisch kleiner Glas- oder Harzkügelchen, die das radioaktive Isotop Yttrium-90 tragen, werden in die Arterie injiziert, die den Tumor versorgt. Dort setzen sie sich in dessen kleinen Gefäßen fest und bestrahlen ihn über einen Zeitraum von etwa zwei Wochen von innen heraus. Da Lebertumoren fast ihr gesamtes Blut aus der Leberarterie beziehen, während gesundes Lebergewebe hauptsächlich über die Pfortader versorgt wird, konzentriert die Behandlung eine hohe Strahlendosis im Tumor und schont weitgehend das umliegende Lebergewebe. Sie wird eingesetzt, wenn Tumoren nicht chirurgisch entfernt werden können, um das Fortschreiten der Erkrankung zu kontrollieren, Symptome zu lindern und einen Tumor mitunter so weit zu verkleinern, dass eine Operation oder eine Lebertransplantation möglich wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Y-90-Radioembolisation werden radioaktive Mikrosphären in die Leberarterie injiziert, sodass Lebertumoren über ihre eigene Blutversorgung von innen bestrahlt werden.
  • Sie wird bei primärem Leberkrebs sowie bei Lebermetastasen eingesetzt, insbesondere bei Darmkrebs und neuroendokrinen Tumoren, wenn eine Operation nicht möglich ist oder aufgeschoben werden muss.
  • Die Behandlung erfolgt stets in zwei Schritten: zunächst eine vorbereitende Gefäßdarstellung (Mapping-Angiographie) mit nuklearmedizinischer Untersuchung, gefolgt von der Verabreichung der Kügelchen ein bis zwei Wochen später.
  • Jeder Schritt wird über eine kleine Punktion am Handgelenk oder in der Leiste durchgeführt, dauert etwa 1 bis 2 Stunden und erfolgt meist ambulant oder mit einer einzigen Übernachtung.
  • Müdigkeit und leichte Bauchbeschwerden über ein bis zwei Wochen sind typisch, und das Ansprechen auf die Therapie wird nach etwa 3 Monaten mittels Bildgebung beurteilt.
Auf dieser Seite

Auf einen Blick

Anästhesie
Lokalanästhesie, meist mit leichter Sedierung
Klinikaufenthalt
ambulant oder eine Übernachtung pro Behandlungsschritt
Behandlungsdauer
etwa 1 bis 2 Stunden pro Behandlungsschritt
Erholung
Müdigkeit und leichte Beschwerden für 1 bis 2 Wochen; gewohnte Aktivitäten innerhalb weniger Tage
Flugfähigkeit
meist etwa 2 bis 3 Wochen für beide Behandlungsschritte einschließlich der Kontrolluntersuchung
Sichtbarkeit der Ergebnisse
das Ansprechen des Tumors wird nach etwa 3 Monaten mittels Bildgebung beurteilt

Worum es sich handelt

Yttrium-90 ist ein reiner Betastrahler. Seine Strahlung dringt nur wenige Millimeter tief in das Gewebe ein, was ihn für eine Behandlung im Körperinneren besonders geeignet macht: Die Dosis wird genau dort abgegeben, wo sich die Kügelchen festsetzen, und fällt darüber hinaus rasch ab. Die Kügelchen selbst haben einen Durchmesser von etwa einem Drittel eines menschlichen Haares, bestehen aus Glas oder Harz und sind nicht darauf ausgelegt, die Arterie so zu verschließen, wie es Partikel bei einer Chemoembolisation tun. Sie werden mit dem Blutstrom in das dichte Gefäßnetz des Tumors transportiert, bleiben dort hängen und bestrahlen den Tumor kontinuierlich während des Zerfalls des Isotops, wobei fast die gesamte Dosis innerhalb von etwa zwei Wochen abgegeben wird. Die Kügelchen verbleiben dauerhaft in der Leber, sind nach diesem Zeitraum jedoch nicht mehr radioaktiv. Die Behandlung wird auch als selektive interne Radiotherapie bezeichnet.

Wann das Verfahren empfohlen wird

Die Radioembolisation wird bei hepatozellulären Karzinomen empfohlen, die weder operativ entfernt noch ablatiert werden können, einschließlich Tumoren, die einen Ast der Pfortader betreffen. Zudem wird sie eingesetzt, um das Tumorwachstum während der Wartezeit auf eine Lebertransplantation zu kontrollieren oder den Tumor so weit zu verkleinern, dass die Kriterien für eine Lebertransplantation erfüllt werden. Sie kommt häufig bei Lebermetastasen von Darmkrebs zum Einsatz, die nach einer Chemotherapie fortbestehen, sowie bei Metastasen neuroendokriner Tumoren, bei denen sie auch zur Linderung hormoneller Symptome beiträgt. Intrahepatische Cholangiokarzinome stellen eine weitere Indikation dar. Ein weiteres Anwendungsgebiet ist die Radio-Lobektomie, bei der ein Leberlappen behandelt wird, damit sich der unbehandelte Teil in den folgenden Monaten vergrößert und so eine größere Leberoperation ermöglicht. Das Verfahren ist nicht geeignet bei stark eingeschränkter Leberfunktion, deutlich erhöhtem Bilirubinwert, wenn Tumorabsiedlungen außerhalb der Leber das Gesamtbild bestimmen oder wenn die vorbereitende Untersuchung zeigt, dass ein zu großer Teil der Dosis in die Lunge oder in Magen und Darm gelangen würde.

Wie die Behandlung abläuft

Der erste Schritt ist eine vorbereitende Angiographie (Mapping). Über eine Punktion der Speichenarterie am Handgelenk oder der Oberschenkelarterie in der Leiste wird ein Katheter in die Leberarterien vorgeschoben und die Gefäßanatomie der Leber detailliert dargestellt. Gefäße, die von den Leberarterien zum Magen oder Zwölffingerdarm führen, werden mit winzigen Metallspiralen (Coils) verschlossen, damit keine Kügelchen dorthin gelangen können. Anschließend wird eine Testdosis mit Technetium-markierten Partikeln injiziert, und eine nuklearmedizinische Untersuchung misst, wie viel davon über die Leber in die Lunge übertreten würde und ob Partikel den Darm erreichen könnten. Anhand dieser Untersuchung sowie des Tumor- und Lebervolumens berechnet das Medizinphysik-Team die exakte zu verabreichende Aktivität. Ein bis zwei Wochen später erfolgt die eigentliche Verabreichung auf demselben Weg: Der Katheter wird an der gleichen Stelle platziert und die Yttrium-90-Kügelchen werden unter Durchleuchtungskontrolle langsam infundiert. Eine anschließende Untersuchung, entweder mittels Einzelphotonen-Emissionscomputertomographie (SPECT) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET), bestätigt die Verteilung der Kügelchen. Die Behandlung kann für einen Leberlappen, ein Segment oder schrittweise für die gesamte Leber erfolgen.

Eignung und Vorbereitung

Über die Eignung entscheidet ein multidisziplinäres Team aus Fachbereichen wie interventionelle Radiologie, Onkologie, Hepatologie und Nuklearmedizin. Die Voruntersuchung umfasst eine Schnittbildgebung der Leber mit Kontrastmittel, Tumormarker, Blutuntersuchungen der Leber- und Nierenfunktion sowie der Blutgerinnung, die Beurteilung des Allgemeinzustands und häufig eine Positronen-Emissions-Tomographie zum Ausschluss weiterer Krankheitsherde. Eine ausreichende Leberreserve und ein Bilirubinwert innerhalb akzeptabler Grenzen sind erforderlich. Bestimmte Medikamente der Chemotherapie werden im Zeitraum um die Behandlung pausiert. Sie werden über die kurzzeitigen Strahlenschutzmaßnahmen aufgeklärt, die für wenige Tage nach der Verabreichung gelten; diese sind überschaubar, betreffen jedoch spezifisch engen Körperkontakt sowie den Umgang mit Kleinkindern. Bei internationalen Patientinnen und Patienten können Bilddaten und Blutwerte vorab aus der Ferne beurteilt werden, um eine Ersteinschätzung abzugeben; die Mapping-Angiographie muss jedoch im behandelnden Zentrum erfolgen, sodass der Aufenthalt um zwei Eingriffe herum geplant wird.

Erholung und Planung Ihrer Behandlung im Ausland

Beide Behandlungsschritte erfolgen in der Regel ambulant oder mit einer einzigen Übernachtung, verbunden mit einigen Stunden Bettruhe zur Schonung der arteriellen Punktionsstelle. Nach der Verabreichung tritt häufig eine Postembolisationsreaktion auf: Müdigkeit, leichtes Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und ein dumpfer Schmerz im rechten Oberbauch, die meist einige Tage bis zwei Wochen anhalten und mit einfachen Medikamenten behandelt werden können. Die meisten Menschen können ihre gewohnten Aktivitäten innerhalb weniger Tage wieder aufnehmen, wenngleich eine gewisse Erschöpfung mehrere Wochen anhalten kann. In den folgenden Wochen wird die Leberfunktion durch Bluttests kontrolliert. Die erste Beurteilung des Ansprechens erfolgt nach etwa 3 Monaten mittels Bildgebung, da sich das Erscheinungsbild und die Durchblutung des Tumors oft verändern, bevor seine Größe abnimmt. Eine Behandlung im Ausland wird am besten als Aufenthalt von etwa 2 bis 3 Wochen geplant, damit das Mapping, die Verabreichung und die Kontrolluntersuchung abgeschlossen werden können; die Bildgebung nach 3 Monaten kann heimatnah erfolgen und dem Behandlungsteam übermittelt werden.

Risiken, Sicherheit und Ergebnisse

Die wichtigsten Risiken entstehen, wenn Kügelchen in Gewebe außerhalb der Leber gelangen, weshalb der Vorbereitungsschritt des Mappings unerlässlich ist. Gelangen sie in den Magen oder Zwölffingerdarm, können sie schwer heilende Geschwüre verursachen; gelangen zu viele in die Lunge, kann eine Strahlenpneumonitis entstehen. Beides ist selten, wenn Mapping und Dosimetrie fachgerecht durchgeführt werden. Eine strahleninduzierte Lebererkrankung kann auftreten, wenn zu viel gesundes Lebergewebe bestrahlt wird, insbesondere bei einer bereits durch Zirrhose vorgeschädigten Leber. Zu den weiteren Risiken zählen das oben beschriebene Postembolisationssyndrom, Verletzungen oder Nachblutungen an der arteriellen Punktionsstelle, Infektionen, eine Entzündung der Gallenblase sowie ein vorübergehender Anstieg der Leberwerte. Im Vergleich zur Chemoembolisation verursacht die Radioembolisation meist weniger unmittelbare Beschwerden und wird in der Regel ambulant durchgeführt. Zu den dokumentierten Ergebnissen zählen die Tumorkontrolle und eine verlängerte Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung bei ausgewählten, überwiegend auf die Leber beschränkten Befunden, eine erfolgreiche Tumorverkleinerung (Downstaging) im Hinblick auf eine Operation oder Lebertransplantation sowie eine wirksame Symptomlinderung, wobei der Nutzen von der Tumorart, der Leberfunktion und der verabreichten Dosis abhängt.

Häufig gestellte Fragen

Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Bin ich danach radioaktiv?

Nur für kurze Zeit und in sehr geringem Maße, da die Strahlung von Yttrium-90 im Gewebe lediglich wenige Millimeter weit reicht. Einfache Vorsichtsmaßnahmen bezüglich engem und längerem Körperkontakt, insbesondere mit Kleinkindern und während einer Schwangerschaft, gelten für wenige Tage; Ihr Behandlungsteam händigt Ihnen diese schriftlich aus.

Warum sind zwei separate Eingriffe erforderlich?

Der erste Eingriff ist eine vorbereitende Untersuchung (Mapping), bei der die Leberarterien dargestellt, Gefäße zum Magen oder Darm vorsorglich verschlossen und der mögliche Übertritt von Strahlung in die Lunge gemessen werden. Nur mit diesen Informationen lässt sich die erforderliche Dosis sicher berechnen. Die Kügelchen werden dann beim zweiten Termin verabreicht, meist ein bis zwei Wochen später.

Wie unterscheidet sich dies von einer Chemoembolisation?

Bei einer Chemoembolisation wird eine Chemotherapie verabreicht und die tumorversorgende Arterie gezielt verschlossen. Die Radioembolisation setzt hingegen Strahlung ein und zielt nicht auf einen Gefäßverschluss ab, weshalb sie auch bei Beteiligung eines Pfortaderastes angewendet werden kann. Beide Verfahren werden für unterschiedliche Tumorarten und Lebersituationen ausgewählt.

Fallen mir die Haare aus oder wird mir sehr übel?

Nein. Es handelt sich hierbei nicht um eine systemische Chemotherapie. Typisch sind vielmehr Müdigkeit, verminderter Appetit und ein dumpfes Druckgefühl im rechten Oberbauch für einige Tage bis zwei Wochen. Falls Übelkeit auftritt, ist sie meist mild und lässt sich mit einfachen Medikamenten behandeln.

Kann die Behandlung wiederholt werden?

Ja, bei geeigneten Patientinnen und Patienten. Der andere Leberlappen kann in einer geplanten zweiten Sitzung behandelt werden, und auch eine erneute Behandlung desselben Bereichs ist möglich, sofern die Leberfunktion dies zulässt und die Bildgebung dafür spricht. Jede Entscheidung wird vom multidisziplinären Team getroffen.

Kann der Eingriff eine spätere Operation ermöglichen?

Manchmal. Die Behandlung eines Leberlappens kontrolliert nicht nur den Tumor, sondern führt in den Folgemonaten auch zu einer Vergrößerung des unbehandelten Lappens, was eine größere Leberresektion ermöglichen kann. Zudem wird das Verfahren genutzt, um den Befund während der Wartezeit innerhalb der Transplantationskriterien zu halten.

Wie gestaltet sich die Nachsorge, sobald ich wieder zu Hause bin?

In den ersten Wochen werden Blutwerte kontrolliert und nach etwa 3 Monaten erfolgt eine Bildgebung; beides kann heimatnah durchgeführt und dem Behandlungsteam zur Beurteilung übermittelt werden. Ihre Onkologin oder Ihr Onkologe führt die systemische Behandlung nach dem vereinbarten Plan fort, und eventuelle weitere Sitzungen werden nach der Beurteilung des Ansprechens geplant.

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