ARTAS-Haartransplantationsroboter
surgical-robotics
ARTAS-Haartransplantationsroboter ist an 1 Krankenhaus in 1 Stadt im Voumed-Netzwerk verfügbar.
1 Krankenhaus betreibt diese Technologie in 1 Land über das Voumed-Netzwerk.
Der ARTAS-Haartransplantationsroboter ist ein robotergestütztes System für die Follicular Unit Extraction, eine Methode der Haartransplantation, bei der einzelne Haargruppen nacheinander am Hinterkopf sowie an den Seiten der Kopfhaut entnommen und in den lichter werdenden Bereich versetzt werden. Ein Kamerasystem analysiert die Kopfhaut mehrmals pro Sekunde, identifiziert jede follikuläre Einheit, misst deren Wuchswinkel sowie Wuchsrichtung, und ein Roboterarm stanzt diese anschließend in genau diesem Winkel frei. Dieselbe Plattform kann den Empfängerbereich anhand eines dreidimensionalen Modells des Kopfes planen und die Empfängerkanäle anlegen. Der Operateur wählt den Behandlungsplan aus, überwacht jeden Schritt und setzt die Grafts ein; der Roboter übernimmt die wiederkehrende Entnahme mit gleichbleibender Tiefe und konstantem Winkel.
Das Wichtigste in Kürze
- Der ARTAS-Haartransplantationsroboter ist ein robotergestütztes System zur Follicular Unit Extraction, das jede follikuläre Einheit optisch erfasst und im tatsächlichen Wuchswinkel entnimmt.
- Er wird bei anlagebedingtem Haarausfall bei Männern und Frauen sowie zur Auffüllung von Narben auf der Kopfhaut eingesetzt; von ihm aus der Kopfhaut entnommene Transplantate können zudem von Hand zur Rekonstruktion von Augenbrauen oder Bart eingesetzt werden.
- Die Bildanalyse wählt die zu entnehmenden Einheiten über einen Abstands-Algorithmus aus, sodass der Spenderbereich gleichmäßig ausgedünnt wird und keine lückenhaften Stellen entstehen.
- Der Roboter entnimmt die Einheiten und kann Empfängerkanäle anlegen; das Operationsteam präpariert und setzt jedes Graft weiterhin manuell unter Vergrößerung ein.
- Die Behandlungen dauern in der Regel mehrere Stunden, der Spenderbereich verheilt mit winzigen punktförmigen Spuren statt einer Narbenlinie, und neues Haarwachstum setzt nach etwa 3 bis 4 Monaten ein.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Art
- Robotergestütztes System zur Follicular Unit Extraction und Empfängerkanalanlage
- Anwendungsbereich
- Anlagebedingter Haarausfall der Kopfhaut sowie ausgewählte Narben- und Körperhaarbehandlungen
- Wichtigster Vorteil
- Gleichbleibender Entnahmewinkel und konstante Tiefe bei gleichmäßiger Ausdünnung des Spenderbereichs ohne lineare Narbe
- Behandlungsdauer
- Meist mehrere Stunden für eine Sitzung, ambulant unter örtlicher Betäubung
- Einsatzort
- Akkreditierte Zentren für Haartransplantation mit geschultem Operationsteam
Was das System ist
Das System kombiniert einen Roboterarm mit einer zweistufigen Hohlnadel, ein stereoskopisches Kamerasystem, Bildverarbeitungssoftware und einen Behandlungsstuhl, der den Kopf positioniert und stabilisiert. Ein Spannrahmen wird auf dem Spenderbereich angebracht, damit die Haut flach und ruhig gehalten wird. Die Kameras erstellen in Echtzeit ein Bild dieses Kopfhautareals, identifizieren jede follikuläre Einheit und berechnen Winkel sowie Richtung der austretenden Haare; dies sind Informationen, die mit bloßem Auge über Tausende von Wiederholungen hinweg nur schwer einheitlich zu beurteilen sind. Ein separates Planungsmodul fotografiert den Kopf und erstellt ein dreidimensionales Modell, auf dem der Operateur die Haarlinie sowie die Graft-Verteilung festlegt. Derselbe Arm kann anschließend die Empfängerkanäle in der geplanten Dichte und im berechneten Winkel setzen. Der gesamte Vorgang bleibt unter der Kontrolle des Operateurs, und das System fährt ohne Bestätigung nicht fort.
Funktionsweise
Nachdem der Spenderbereich kurz rasiert und mit einem Lokalanästhetikum betäubt wurde, wird der Spannrahmen aufgesetzt und der Roboterarm darüber positioniert. Die Software erkennt geeignete follikuläre Einheiten innerhalb des Rahmens und wendet einen Verteilungsalgorithmus an, der die Entnahme direkt benachbarter Einheiten vermeidet, damit der Spenderbereich gleichmäßig ausdünnt und keine sichtbaren Lücken entstehen. Bei jeder ausgewählten Einheit führt die Stanze zwei Bewegungen aus: Eine scharfe äußere Hohlnadel ritzt die Haut an, und eine innere, stumpfe Nadel trennt die Einheit im gemessenen Winkel und bis zu einer festgelegten Tiefe vom umgebenden Gewebe, sodass sie gelöst entnommen werden kann. Das Assistenzpersonal entnimmt die gelösten Grafts mit einer feinen Pinzette und legt sie in eine gekühlte Nährlösung. Anschließend wird der Rahmen auf den nächsten Abschnitt des Spenderbereichs versetzt. Für die Empfängerstellen setzt der Arm kleine Einschnitte in dem im Behandlungsplan definierten Winkel und in der entsprechenden Dichte, woraufhin das Team jedes Graft manuell unter Vergrößerung in die Öffnungen einsetzt.
Anwendungsbereiche und Eignung
Die Hauptindikation ist der anlagebedingte Haarausfall bei Männern und Frauen mit einem stabilen Spenderbereich am Hinterkopf sowie an den Seiten der Kopfhaut und realistischen Erwartungen an die Haardichte. Das Verfahren wird genutzt, um Geheimratsecken und eine zurückweichende Haarlinie zu rekonstruieren, die Tonsur aufzufüllen und lichter werdendes Haar am Oberkopf zu verdichten. Von der Kopfhaut entnommene Transplantate können zudem von Hand zur Rekonstruktion von Augenbrauen und Bart sowie zur Kaschierung von Narben eingesetzt werden, einschließlich der linearen Narbe einer früheren Streifenentnahme. Es eignet sich für Personen, die eine Liniennarbe vermeiden möchten und ihr Haar bevorzugt kurz tragen. Die Eignung hängt von der Haarstärke, dem Farbkontrast zur Kopfhaut und den Haareigenschaften ab; das System arbeitet bei dunklem, glattem bis leicht welligem Haar am zuverlässigsten, während sehr helles, stark gelocktes oder feines Haar gegebenenfalls besser manuell entnommen wird. Vor einer Empfehlung beurteilt der Operateur die Spenderdichte sowie das Muster und Fortschreiten des Haarausfalls.
Vorteile und Behandlungsablauf
Die wesentlichen Vorteile liegen in der Präzision und Ausdauer: Der Roboter wiederholt dieselbe exakte Bewegung viele tausend Male ohne Ermüdung oder Abweichungen, wie sie bei einer manuellen Entnahme während einer langen Sitzung auftreten können. Dies begünstigt eine geringe Rate an durchtrennten oder beschädigten Grafts und sorgt für einen gleichmäßig entnommenen Spenderbereich. Es entsteht keine Liniennarbe, sondern lediglich winzige runde Spuren, die verblassen und von kurzem Haar verdeckt werden, sodass die Erholung schneller verläuft als nach einer Streifenentnahme. Die Behandlungen finden ambulant unter örtlicher Betäubung statt, wobei die Patienten für mehrere Stunden bequem sitzen oder liegen. Im Anschluss ist die Kopfhaut empfindlich und um die neuen Grafts bilden sich kleine Krusten, die innerhalb von ein bis zwei Wochen abheilen. Das Ausfallen der transplantierten Haare innerhalb des ersten Monats ist zu erwarten; neues Wachstum setzt nach etwa 3 bis 4 Monaten ein, und das Endergebnis zeigt sich nach 12 bis 18 Monaten. Die medikamentöse Behandlung des zugrunde liegenden Haarausfalls wird in der Regel fortgeführt, um das nicht transplantierte Haar zu erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Führt der Roboter die gesamte Transplantation durch?
Nein. Er entnimmt die follikulären Einheiten und kann die Empfängerkanäle anlegen. Das Vereinzeln, Sortieren und Einsetzen jedes einzelnen Grafts erfolgt durch das Operationsteam manuell unter Vergrößerung, und der Operateur gestaltet die Haarlinie und überwacht jeden Behandlungsschritt.
Bleiben Narben zurück?
Es entsteht keine Liniennarbe. Die Follicular Unit Extraction hinterlässt lediglich winzige, punktförmige Spuren von einem Bruchteil eines Millimeters, die über Monate hinweg verblassen und selbst bei recht kurz getragenem Haar nicht sichtbar sind. Eine Streifenentnahme hinterlässt im Gegensatz dazu eine feine Schnittlinie am Hinterkopf.
Funktioniert das Verfahren bei allen Haartypen?
Am zuverlässigsten arbeitet das System bei dunklem, glattem bis leicht welligem Haar, das sich deutlich von der Kopfhaut abhebt, da die Kameras jede Einheit und deren Winkel genau erkennen müssen. Sehr helles, sehr feines oder stark gelocktes Haar wird mitunter präziser von Hand entnommen; manche Zentren kombinieren auch beide Methoden.
Wie viele Grafts können in einer Sitzung entnommen werden?
Dies hängt weniger vom Roboter ab als vielmehr von der Spenderhaardichte, der Elastizität der Kopfhaut und der zu behandelnden Fläche. Häufig deckt eine Sitzung an einem Tag ein umfangreiches Areal ab; größere Vorhaben werden auf zwei Sitzungen im Abstand von mehreren Monaten verteilt.
Ist der Eingriff schmerzhaft?
Die Kopfhaut wird örtlich betäubt, sodass die Entnahme und das Einsetzen nicht schmerzhaft sind, auch wenn die Einstiche der Betäubung kurz brennen können. Danach können für einige Tage ein Spannungsgefühl und eine Berührungsempfindlichkeit auftreten, die sich mit einfachen Schmerzmitteln gut behandeln lassen.
Wann sind die Ergebnisse sichtbar?
Die transplantierten Haare fallen in den ersten Wochen zunächst aus und wachsen danach wieder nach. Neues Haarwachstum ist meist nach etwa 3 bis 4 Monaten zu sehen, verdichtet sich über 6 bis 9 Monate und erreicht nach etwa 12 bis 18 Monaten sein endgültiges Erscheinungsbild.
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