Intraoperative Strahlentherapie (IORT)
radiation-oncology
Intraoperative Strahlentherapie (IORT) ist an 2 Krankenhäusern in 2 Städten im Voumed-Netzwerk verfügbar.
2 Krankenhäuser betreiben diese Technologie in 2 Ländern über das Voumed-Netzwerk; 1 davon ist JCI-akkreditiert.
Die intraoperative Strahlentherapie (IORT) ist ein Verfahren, bei dem während der Operation selbst, unmittelbar nach der Tumorentfernung und während die Patientin oder der Patient noch in Narkose schläft, eine einzelne, gezielte Strahlendosis direkt in das Risikogebiet verabreicht wird. Bei geöffneter Operationswunde kann das Behandlungsteam den Bestrahlungsapplikator exakt auf dem betroffenen Gewebe platzieren und die Haut sowie benachbarte Organe behutsam aus dem Strahlengang verlagern. Dadurch wird die Bestrahlung präzise dorthin gelenkt, wo Krebszellen am ehesten verblieben sein könnten, während gesundes Gewebe geschont wird. Für geeignete Patientinnen und Patienten, insbesondere bei Brustkrebs im Frühstadium, kann eine einzige intraoperative Dosis eine mehrwöchige Strahlentherapie nach dem Eingriff ersetzen oder deutlich verkürzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die intraoperative Strahlentherapie (IORT) verabreicht eine konzentrierte Dosis direkt im Operationssaal, sobald der Tumor entfernt ist, anstatt kleiner täglicher Einzeldosen über mehrere Wochen.
- Sie ist nach einer brusterhaltenden Operation bei Brustkrebs im Frühstadium am besten etabliert und kommt nach Einzelfallprüfung auch bei ausgewählten Tumoren im Bauchraum, im Becken sowie bei Rezidiven zum Einsatz.
- Ein an die Wundhöhle angepasster Applikator wird auf das Tumorbett aufgesetzt, Haut, Muskeln und Nachbarorgane werden abgeschirmt oder zur Seite verlagert, und die geplante Dosis wird über wenige Minuten verabreicht, bevor die Wunde verschlossen wird.
- Da sie in derselben Narkose erfolgt, spüren die Behandelten nichts und benötigen keinen zusätzlichen Termin, wodurch wochenlange tägliche Bestrahlungstermine nach der Operation entfallen können.
- Der endgültige pathologische Befund kann dennoch eine ergänzende Strahlentherapie erfordern, und Begleiterscheinungen wie lokale Druckempfindlichkeit oder Flüssigkeitsansammlungen im Behandlungsgebiet sind möglich, weshalb das Team vorab über die individuellen Risiken aufklärt.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Art der Behandlung
- Einmalige gezielte Strahlendosis während der Operation
- Anwendungsbereiche
- Brustkrebs im Frühstadium sowie ausgewählte Tumoren im Bauchraum, im Becken und Rezidive
- Hauptvorteil
- Präzise, einmalige Behandlung, die eine spätere mehrwöchige Strahlentherapie verkürzen oder ersetzen kann
- Narkose
- Erfolgt in derselben Vollnarkose wie der operative Eingriff
- Einsatzorte
- Akkreditierte Krebszentren im Ausland
Was die Behandlung ist
Die IORT ist eine Form der Strahlentherapie, die direkt im Operationssaal statt über viele separate Termine im Krankenhaus verabreicht wird. Bei der herkömmlichen Behandlung erfolgt die Bestrahlung in der Regel in kleinen täglichen Einzeldosen über mehrere Wochen hinweg, sobald die Operationswunde verheilt ist. Bei der IORT wird die Strahlung in einer einzigen konzentrierten Dosis während derselben Operation appliziert, genau in dem Moment, in dem der Tumor entfernt wurde und das Areal vollständig freiliegt. Zur Erzeugung der Strahlung kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz, darunter mobile Geräte für niederenergetische Photonen oder Elektronen, die direkt am Operationstisch positioniert werden. Da die Dosis unter direkter Sicht unmittelbar auf das Tumorbett abgegeben wird, lässt sie sich präzise auf das gefährdete Gewebe bündeln, während das chirurgische Team die umliegenden Strukturen schützt.
Wie die Behandlung funktioniert
Nachdem der Tumor entfernt wurde, begutachtet das Team der Radioonkologie das freiliegende Tumorbett und wählt einen Applikator aus, der genau zur Wundhöhle oder der zu behandelnden Oberfläche passt. Der Applikator wird exakt auf dem Zielgebiet positioniert, und Haut, Muskulatur sowie benachbarte Organe werden abgeschirmt oder zur Seite verlagert, damit sie so wenig Strahlung wie möglich erhalten. Die geplante Einzeldosis wird anschließend über einen kurzen Zeitraum verabreicht, oft innerhalb weniger Minuten, während die Patientin oder der Patient weiterhin in Narkose bleibt. Das chirurgische und das strahlentherapeutische Team bleiben während des gesamten Vorgangs bei der behandelten Person, und der Operationssaal ist so eingerichtet, dass die Bestrahlung sicher erfolgt. Sobald die Bestrahlung abgeschlossen ist, wird der Applikator entfernt und die Wunde wie gewohnt verschlossen, sodass der gesamte Schritt nahtlos in die Operation integriert ist.
Anwendungsgebiete und Eignung
Am besten etabliert ist die IORT bei Brustkrebs im Frühstadium. Hier kann bei sorgfältig ausgewählten Patientinnen eine Einzeldosis im ehemaligen Tumorbett die mehrwöchige perkutane Strahlentherapie, die üblicherweise nach einer brusterhaltenden Operation erfolgt, ersetzen oder erheblich verkürzen. Sie wird zudem in ausgewählten anderen Situationen eingesetzt, etwa bei bestimmten Tumoren im Bauchraum, im Becken oder bei Rezidiven, wenn eine direkte Bestrahlung eines schwer zugänglichen oder vorbestrahlten Areals während der Operation von Vorteil ist. Die Eignung ist keineswegs selbstverständlich: Das Team aus Chirurgie und Radioonkologie entscheidet individuell anhand des Tumortyps, der Tumorgröße, der pathologischen Befunde und des gesamten Behandlungsplans. Sie ist eine von mehreren Optionen und wird nur gewählt, wenn sie zur jeweiligen Person und zur Erkrankung passt.
Vorteile und was Sie erwarten können
Die wesentlichen Vorteile der IORT liegen in ihrer Präzision und dem Behandlungskomfort. Da die Dosis unter direkter Sicht unmittelbar am Risikogewebe appliziert wird, konzentriert sie die Strahlung dort, wo sie am dringendsten benötigt wird, und schont Haut sowie Nachbarorgane. Dies kann zu weniger Nebenwirkungen an Haut und Weichgewebe führen als eine langwierige externe Strahlentherapie. Für geeignete Patientinnen und Patienten kann sie zudem mehrwöchige tägliche Bestrahlungstermine nach dem Eingriff überflüssig machen oder deutlich reduzieren, was besonders für Personen mit weiterer Anreise ein großer Vorteil ist. Da die Behandlung während der Operation stattfindet, spüren Sie davon nichts und benötigen dafür keinen gesonderten Termin. Ihr Behandlungsteam klärt Sie vorab darüber auf, ob die IORT allein ausreicht oder ob auf Basis des endgültigen pathologischen Befunds noch eine zusätzliche Strahlentherapie ratsam sein könnte.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Wann genau wird die Bestrahlung verabreicht?
Sie erfolgt während Ihrer Operation in einer Einzeldosis, unmittelbar nachdem der Tumor entfernt wurde und während Sie noch in derselben Narkose schlafen. Der Bestrahlungsschritt ist direkt in den chirurgischen Eingriff integriert, sodass kein gesonderter Eingriff und kein zusätzlicher Termin erforderlich sind.
Ersetzt die IORT die gesamte Strahlentherapie?
Bei vielen geeigneten Patientinnen und Patienten, insbesondere bei Brustkrebs im Frühstadium, kann eine einzelne intraoperative Dosis die übliche mehrwöchige Strahlentherapie nach der Operation ersetzen. In manchen Fällen können die endgültigen pathologischen Ergebnisse jedoch zeigen, dass eine ergänzende Strahlentherapie weiterhin ratsam ist. Ihr Team aus der Onkologie wird dies mit Ihnen besprechen, sobald die Befunde vorliegen.
Spüre ich während der Behandlung etwas?
Nein. Die Dosis wird verabreicht, während Sie in derselben Vollnarkose wie bei der Operation schlafen, sodass Sie währenddessen nichts spüren. Da die Strahlung zielgerichtet abgegeben und die Haut durch Abschirmung geschützt wird, treten bei vielen Behandelten anschließend auch weniger Hautreaktionen auf als bei einer längeren externen Strahlentherapie.
Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt und wer ist dafür geeignet?
Sie ist bei Brustkrebs im Frühstadium am besten etabliert und wird auch bei ausgewählten Tumoren im Bauchraum, im Becken sowie bei Rezidiven angewendet. Die Eignung wird vom chirurgischen und radioonkologischen Team anhand von Tumortyp, Tumorgröße und Pathologie beurteilt, sodass nicht jede Person mit diesen Krebserkrankungen dafür infrage kommt.
Ist die Behandlung sicher und gibt es Nebenwirkungen?
Die IORT ist ein etabliertes Verfahren, das an erfahrenen Krebszentren eingesetzt wird. Da die Dosis fokussiert verabreicht wird und das umliegende Gewebe abgeschirmt wird, soll die Belastung gesunder Strukturen minimiert werden. Wie bei jeder Strahlentherapie und Operation kann es zu Nebenwirkungen wie lokaler Druckempfindlichkeit oder Flüssigkeitsansammlungen im Behandlungsgebiet kommen; Ihr Team klärt Sie vorab über die spezifischen Risiken in Ihrer Situation auf.
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