Magnetgesteuerte Kapselendoskopie
diagnostic
Magnetgesteuerte Kapselendoskopie ist an 1 Krankenhaus in 1 Stadt im Voumed-Netzwerk verfügbar.
1 Krankenhaus betreibt diese Technologie in 1 Land über das Voumed-Netzwerk.
Die Magnetgesteuerte Kapselendoskopie untersucht den Magen mit einer geschluckten Kamera anstelle eines Schlauchs. Patientinnen und Patienten schlucken eine Kapsel von etwa der Größe einer großen Vitamintablette, und ein externer Magnet, der an einem Roboterarm oder einem C-förmigen Gestell über der Untersuchungsliege angebracht ist, bewegt sie gezielt durch den Magen, während sie Bilder an ein am Körper getragenes Aufnahmegerät überträgt. Da die untersuchende Person die Kapsel aktiv steuern kann, statt lediglich ihre Wanderung zu beobachten, kann die gesamte Magenschleimhaut systematisch beurteilt werden. Es ist keine Sedierung erforderlich, es wird kein Instrument durch den Rachen geführt, und die Kapsel wandert danach weiter durch den Dünndarm und wird auf natürlichem Weg ausgeschieden. Es handelt sich um eine rein diagnostische Untersuchung: Gewebeproben oder Behandlungen können darüber nicht durchgeführt werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine geschluckte Kapselkamera wird über einen externen Magneten durch den Magen gesteuert, sodass die Schleimhaut ohne Schlauch systematisch untersucht werden kann.
- Sie wird zur Magenuntersuchung bei Personen eingesetzt, die eine herkömmliche Magenspiegelung nicht tolerieren oder vermeiden möchten, sowie zur Vorsorge, sofern die lokalen Richtlinien dies vorsehen.
- Da keine Sedierung erforderlich ist, entfällt die Aufwachphase, und Patientinnen und Patienten können in der Regel noch am selben Tag ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen und Auto fahren.
- Vergleichsstudien mit der herkömmlichen Magenspiegelung berichten über eine hohe Übereinstimmung bei der Erkennung relevanter Magenveränderungen, wenn die Untersuchung protokollgemäß durchgeführt wird.
- Ihre wesentliche Einschränkung besteht darin, dass keine Gewebeproben entnommen und keine Behandlungen vorgenommen werden können, weshalb bei jedem verdächtigen Befund eine anschließende herkömmliche Endoskopie erforderlich ist.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Art des Verfahrens
- geschluckte Kapselkamera mit externer Magnetsteuerung
- Anwendungsbereich
- Untersuchung der Magenschleimhaut und fortlaufende Bildgebung des Dünndarms
- Hauptvorteil
- vollständige Magenuntersuchung ohne Intubation, Sedierung oder Erholungszeit
- Dauer
- etwa 15 bis 30 Minuten aktive Steuerung, gefolgt von einer mehrstündigen Aufzeichnung im Dünndarm
- Einsatzort
- akkreditierte Abteilungen für Gastroenterologie mit geschultem Personal für die Kapselendoskopie
Aufbau des Systems
Das System besteht aus drei Teilen. Die Kapsel selbst ist ein versiegeltes Instrument von etwa 11 mal 26 Millimetern Größe, das ein oder zwei Kameras, Leuchtdioden, eine Batterie, einen Funksender und einen kleinen Permanentmagneten enthält. Außerhalb des Körpers erzeugt eine magnetische Steuereinheit ein Feld, das an den Magneten in der Kapsel koppelt; diese Einheit wird von einem Roboterarm oder einem motorisierten Rahmen bewegt, sodass die untersuchende Person die Kapsel drehen, neigen und durch die Flüssigkeit im Magen anheben kann. Ein an einem Gürtel getragenes Aufnahmegerät empfängt die Bilder und zeigt sie live für die Untersucher an, die die Steuerung über einen Joystick oder eine Konsole vornehmen, während sie die Ansicht aus dem Mageninneren verfolgen. Nach der Magenuntersuchung wandert die Kapsel eigenständig weiter durch den Dünndarm und zeichnet kontinuierlich auf, woraufhin die Bilder später an einer Workstation ausgewertet werden.
Ablauf der Untersuchung
Die Untersuchung erfolgt nach einer Nahrungskarenz über Nacht. Kurz vor Beginn trinken Patientinnen und Patienten Wasser, häufig mit einem Mittel zur Entschäumung und einem Schleimlöser, damit sich der Magen entfaltet und die Schleimhaut durch eine klare Flüssigkeitsschicht hindurch sichtbar ist. Die Kapsel wird mit Wasser geschluckt, und sobald sie sich im Magen befindet, bringt das medizinische Personal die Magneteinheit in Position und übernimmt die Steuerung. Durch das Bewegen und Rotieren des externen Feldes wird die Kapsel in einer festgelegten Reihenfolge systematisch durch den Magen geführt, wobei Kardia, Fundus, Korpus, Angulus, Antrum und Pylorus untersucht werden; dabei wechseln die Patientinnen und Patienten die Körperlage, damit verschiedene Magenabschnitte unter der Flüssigkeit oder im Luftraum zu liegen kommen. Während des Durchgangs werden Standbilder und Videosequenzen aufgezeichnet. Der Magenanteil dauert üblicherweise etwa 15 bis 30 Minuten. Danach wird die Magnetsteuerung gelöst, die Kapsel passiert den Pylorus und bewegt sich durch die natürliche Peristaltik weiter durch den Dünndarm, während sie noch mehrere Stunden lang sendet. Sie gehen mit dem Rekorder nach Hause und bringen ihn später zurück; die Kapsel wird mit dem Stuhl ausgeschieden und entsorgt.
Anwendungsbereiche und Indikationen
Hierbei handelt es sich um eine diagnostische Untersuchung und nicht um eine Behandlung. Sie wird eingesetzt, um nach Gastritis, Geschwüren, Erosionen, Polypen, submukosalen Läsionen, Gefäßanomalien und Tumoren des Magens zu suchen, und setzt die Untersuchung im Dünndarm fort, der für eine herkömmliche Magenspiegelung nicht zugänglich ist. Sie hilft Personen, die eine Magenabklärung benötigen, sich aber einer herkömmlichen Magenspiegelung nicht unterziehen können oder wollen: Menschen mit starkem Würgereflex, ausgeprägter Angst vor dem Eingriff oder medizinischen Gründen, die gegen eine Sedierung sprechen, sowie älteren oder geschwächten Patientinnen und Patienten, bei denen eine Sedierung Risiken birgt. Sie wird auch genutzt, wenn ein Screening-Programm zur Früherkennung von Magenkrebs eine gut verträgliche Untersuchung ohne Sedierung erfordert. Ungeeignet ist das Verfahren bei bekannten oder vermuteten Verengungen oder Verschlüssen im gesamten Verdauungstrakt, bei Schluckstörungen, in der Schwangerschaft sowie aufgrund des Magnetfelds bei Personen mit Herzschrittmachern oder anderen implantierten elektronischen Geräten.
Vorteile und was Sie erwartet
Der deutliche Vorteil liegt im Untersuchungskomfort. Es gibt keinen Schlauch, kein Rachenspray, keine Sedierung, keinen Aufwachraum und keine Notwendigkeit für eine Begleitperson für den Heimweg; die meisten Menschen empfinden das Schlucken der Kapsel als nicht schwieriger als die Einnahme einer großen Tablette. Veröffentlichte Vergleichsstudien mit der herkömmlichen Magenspiegelung zeigen eine gute Übereinstimmung bei klinisch relevanten Magenbefunden, wenn die Vorbereitung und das Steuerungsprotokoll eingehalten werden. Die Grenzen sind ebenso eindeutig. Es können keine Gewebeproben entnommen werden; ein Befund, der eine feingewebliche Abklärung erfordert, wie ein Geschwür oder eine verdächtige Läsion, macht daher weiterhin eine herkömmliche Endoskopie notwendig. Zudem sind keine therapeutischen Eingriffe möglich, sodass Blutungen nicht gestillt und Polypen nicht abgetragen werden können. Die Qualität der Untersuchung hängt maßgeblich von der Vorbereitung und der Technik der Untersucher ab. Das wichtigste Risiko ist das Feststecken der Kapsel an einer Engstelle, was selten vorkommt, aber eine endoskopische oder chirurgische Entfernung erfordern kann; Patientinnen und Patienten werden gebeten zu bestätigen, dass die Kapsel ausgeschieden wurde. Eine Kernspintomographie (MRT) darf erst durchgeführt werden, wenn die Kapsel den Körper nachweislich verlassen hat.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Ist das Verfahren so zuverlässig wie eine herkömmliche Magenspiegelung?
Für die Beurteilung der Magenschleimhaut berichten veröffentlichte Vergleichsstudien über eine hohe Übereinstimmung bei relevanten Befunden, sofern die Vorbereitung und das Steuerungsprotokoll eingehalten werden. Da keine Biopsien entnommen werden können, ersetzt die Methode die Magenspiegelung nicht, wenn eine Gewebediagnose oder eine Behandlung erforderlich ist.
Benötige ich eine Sedierung?
Nein. Das ist einer der wesentlichen Vorteile. Es wird kein Instrument durch den Rachen geführt, daher sind weder eine Sedierung noch ein Rachenspray nötig, und Sie können nach dem vereinbarten Zeitabstand wieder essen, Auto fahren und noch am selben Tag zur Arbeit zurückkehren.
Was geschieht mit der Kapsel?
Sobald die Untersuchung des Magens abgeschlossen ist, wandert die Kapsel selbstständig durch den Dünndarm weiter und wird meist innerhalb von ein bis zwei Tagen mit dem Stuhl ausgeschieden. Sie ist für den Einmalgebrauch bestimmt und wird einfach entsorgt. Sie werden gebeten zu bestätigen, dass die Kapsel abgegangen ist.
Kann die Kapsel steckenbleiben?
Das ist selten, doch kann eine Kapsel an einer Verengung hängenbleiben, die durch eine Striktur, vorangegangene Operationen oder entzündliche Erkrankungen verursacht wurde. Aus diesem Grund werden Personen mit Hinweisen auf eine Passagebehinderung vorab abgeklärt, und ein möglicher Verbleib der Kapsel wird kontrolliert und diese bei Bedarf endoskopisch geborgen.
Kann eine Biopsie entnommen werden?
Nein. Die Kapsel dient ausschließlich der optischen Begutachtung. Wird ein Geschwür, ein Polyp oder ein verdächtiger Bereich entdeckt, wird eine herkömmliche Endoskopie veranlasst, um eine Gewebeprobe zu entnehmen oder die Veränderung zu behandeln.
Für wen ist die Untersuchung nicht geeignet?
Für Personen mit bekannten oder vermuteten Verengungen oder Verschlüssen im Verdauungstrakt, Schluckbeschwerden, einem Herzschrittmacher oder anderen implantierten elektronischen Geräten sowie für Schwangere. Ihre Fachärztin oder Ihr Facharzt für Gastroenterologie prüft diese Punkte vor der Terminvergabe.
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