Cholezystektomie
Allgemeinchirurgie
Cholezystektomie wird in der medizinischen Enzyklopädie von Voumed erklärt. Kliniken im Voumed-Netzwerk führen dieses Verfahren noch nicht auf; der Klinikabgleich ordnet Ihren Fall anhand des Fachgebiets zu.
Die Cholezystektomie ist die chirurgische Entfernung der Gallenblase, jenes kleinen Hohlorgans unterhalb der Leber, in dem Gallenflüssigkeit gespeichert wird. Sie ist die Standardbehandlung bei Gallensteinen, die Schmerzen, Entzündungen oder Komplikationen verursachen, und gehört zu den sehr häufigen Bauchoperationen. Heutzutage werden die meisten Cholezystektomien minimalinvasiv über eine Bauchspiegelung (laparoskopisch) durch wenige kleine Schnitte durchgeführt, sodass viele Patientinnen und Patienten noch am selben Tag oder am nächsten Morgen nach Hause gehen und innerhalb von ein bis zwei Wochen in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können. Eine offene Operation bleibt Situationen vorbehalten, in denen ein minimalinvasiver Zugang nicht sicher ist. Betroffene reisen auch ins Ausland, um die Entfernung der Gallenblase zeitnah planen zu lassen, anstatt wiederkehrende Schmerzattacken abzuwarten, und sich in Kliniken mit erfahrenen Teams der Allgemeinchirurgie behandeln zu lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- Bei einer Cholezystektomie wird die Gallenblase entfernt; dies ist die übliche dauerhafte Behandlung bei Gallensteinen, die Beschwerden oder Komplikationen auslösen, da eine Gallenblase, die einmal Steine gebildet hat, meist erneut dazu neigt.
- Der Eingriff wird nach Gallenkoliken, einer akuten Cholezystitis, einer Gallensteinpankreatitis oder einem Gallengangsstein sowie bei bestimmten Gallenblasenpolypen empfohlen; symptomlose Zufallsbefunde von Gallensteinen erfordern selten eine Operation.
- Die meisten Eingriffe erfolgen laparoskopisch über drei oder vier kleine Schnitte in Vollnarkose, dauern etwa 1 bis 1,5 Stunden und erfordern nur bei einem kleinen Teil der Behandelten einen Wechsel zu einer offenen Operation.
- Viele Menschen können das Krankenhaus am selben Tag oder nach einer Nacht verlassen, nehmen nach etwa ein bis zwei Wochen wieder Schreibtischtätigkeiten auf und sind nach einem minimalinvasiven Eingriff meist nach etwa einer Woche flugfähig.
- Das wesentliche spezifische Risiko ist eine Verletzung des Gallengangs, die selten auftritt; die meisten Menschen leben ohne Gallenblase völlig normal, auch wenn manche nach fettreichen Mahlzeiten vorübergehend weicheren Stuhlgang bemerken.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Narkose
- Vollnarkose
- Klinikaufenthalt
- ambulant oder 1 Nacht nach Schlüssellochoperation; etwa 3 bis 5 Nächte nach offener Operation
- Dauer des Eingriffs
- etwa 1 bis 1,5 Stunden, bei Entzündungen oder komplexen Befunden länger
- Genesung
- leichte Aktivitäten innerhalb weniger Tage; Schreibtischarbeit nach etwa 1 bis 2 Wochen; schweres Heben nach etwa 4 bis 6 Wochen
- Flugtauglichkeit
- meist etwa 7 Tage nach Schlüssellochoperation, nach offener Operation länger
- Ergebnis sichtbar
- Befreiung von Gallensteinattacken unmittelbar ab der Operation
Was der Eingriff ist
Die Gallenblase speichert die von der Leber produzierte Gallenflüssigkeit und presst sie nach einer Mahlzeit in den Gallengang, um die Fettverdauung zu unterstützen. Gallensteine entstehen, wenn Bestandteile der Galle, vor allem Cholesterin, zu kleinen Steinen oder Gallengries auskristallisieren. Viele Menschen bemerken sie nie, doch wenn ein Stein den Ausfluss der Gallenblase blockiert, verursacht dies eine Gallenkolik: starke Schmerzen im rechten oder mittleren Oberbauch, die häufig nach dem Essen auftreten und zu Entzündungen und Infektionen führen können. Bei der Cholezystektomie wird die Gallenblase mitsamt den Steinen entfernt. Dies wird dem alleinigen Entfernen der Steine vorgezogen, da eine Gallenblase, die einmal Steine gebildet hat, meist wieder neue bildet. Der Körper gewöhnt sich gut an ein Leben ohne Gallenblase, da die Gallenflüssigkeit danach direkt von der Leber in den Darm fließt. Der Eingriff wird meist laparoskopisch mit einer Kamera und feinen Instrumenten durchgeführt, in einigen Kliniken auch roboterassistiert oder über einen einzigen kleinen Schnitt am Nabel.
Wann der Eingriff empfohlen wird
Eine Operation wird empfohlen, wenn Gallensteine Beschwerden oder Komplikationen verursachen. Der häufigste Anlass sind wiederkehrende Gallenkoliken: Schmerzattacken unter dem rechten Rippenbogen oder im Oberbauch, die bisweilen in den Rücken oder die Schulter ausstrahlen und nach einer fettreichen Mahlzeit oft mit Übelkeit einhergehen. Weitere Indikationen sind die akute Cholezystitis, eine infizierte und entzündete Gallenblase; die Gallensteinpankreatitis, bei der ein abgegangener Stein die Bauchspeicheldrüse entzündet hat; sowie Steine, die in den Hauptgallengang gewandert sind und eine Gelbsucht hervorgerufen haben, welche meist vor oder nach der Operation mittels ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) entfernt werden. Gallenblasenpolypen ab einer Größe von etwa 10 Millimetern oder kleinere Polypen, die wachsen, stellen wegen eines geringen Entartungsrisikos ebenfalls eine Indikation dar. Gallensteine, die zufällig bei einer Untersuchung entdeckt werden und keine Beschwerden machen, müssen meist nicht operiert werden; die Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit Ihrer Chirurgin oder Ihrem Chirurgen nach Abwägung Ihrer Symptome, der Bildgebung und Ihres allgemeinen Gesundheitszustands.
Wie der Eingriff abläuft
Die Cholezystektomie wird in Vollnarkose durchgeführt. Beim laparoskopischen Vorgehen setzt das Operationsteam drei oder vier kleine Schnitte von meist 5 bis 12 Millimetern Länge, einen davon am Nabel, und füllt den Bauchraum mit Kohlendioxidgas, um Arbeitsraum zu schaffen. Eine Kamera überträgt das Bild auf einen Monitor. Das Team stellt den Ductus cysticus und die Arteria cystica dar, welche die Gallenblase mit dem Gallengang und der Blutversorgung verbinden, und sichert die genaue Anatomie ab, bevor beide Strukturen mit Clips verschlossen und durchtrennt werden; dieser Sicherheitsschritt dient dem Schutz des Hauptgallengangs. Anschließend wird die Gallenblase aus dem Leberbett gelöst und in einem kleinen Bergebeutel über einen der Schnitte entnommen. Während der Operation kann eine Röntgenaufnahme der Gallenwege angefertigt werden, um nach weiteren Steinen zu suchen. Der Eingriff dauert in der Regel etwa 1 bis 1,5 Stunden. Sollten Entzündungen, Vernarbungen oder Blutungen das Schlüssellochverfahren unsicher machen, wird auf einen offenen Schnitt unter dem Rippenbogen umgestellt.
Voraussetzungen und Vorbereitung
Die meisten Erwachsenen mit symptomatischen Gallensteinen kommen für den Eingriff infrage, auch ältere Patientinnen und Patienten, sofern sie für eine Vollnarkose geeignet sind. Frühere Operationen im Oberbauch, Adipositas, eine Schwangerschaft oder Lebererkrankungen schließen den Schlüssellochzugang nicht zwingend aus, beeinflussen jedoch die Operationsplanung. Zur Vorbereitung gehören eine Ultraschalluntersuchung zur Bestätigung der Steine, Blutuntersuchungen der Leberwerte und der Gerinnung sowie mitunter eine MRT der Gallenwege (MRCP) oder eine ERCP bei Verdacht auf einen Stein im Hauptgallengang. Die Anästhesie prüft die Herz- und Lungenfunktion sowie Ihre Medikamente; blutverdünnende Mittel und Diabetesmedikamente werden nach ärztlicher Anweisung angepasst. Vor dem Eingriff bleiben Sie etwa sechs Stunden nüchtern. Nach einem akuten Schub einer Cholezystitis operieren Chirurginnen und Chirurgen meist bevorzugt in den ersten Tagen oder erst nach mehreren Wochen, was sich auf die Reiseplanung auswirkt. Internationale Patientinnen und Patienten können Befunde und Blutwerte in der Regel vorab für eine Ersteinschätzung aus der Ferne einreichen.
Genesung und Planung einer Behandlung im Ausland
Nach einer Schlüssellochoperation werden Sie dazu ermutigt, bereits nach wenigen Stunden aufzustehen, und können meist noch am selben Abend essen und trinken. Viele Betroffene können das Krankenhaus noch am selben Tag oder am nächsten Morgen verlassen; nach einer offenen Operation beträgt der Aufenthalt in der Regel etwa 3 bis 5 Nächte. Wundschmerzen an den kleinen Schnitten lassen sich meist mit einfachen Schmerzmitteln gut beherrschen; Schmerzen in der Schulterregion durch das während der Operation verwendete Gas sind für ein bis zwei Tage häufig. Die meisten Menschen kehren nach etwa ein bis zwei Wochen an den Schreibtisch zurück und nehmen schweres Heben oder anstrengenden Sport nach etwa vier bis sechs Wochen wieder auf. Bei einer Behandlung im Ausland ermöglicht ein Aufenthalt von etwa einer Woche in Kliniknähe eine Wundkontrolle und die frühzeitige Erkennung von Komplikationen, wie etwa einem Galleleck, vor einem längeren Rückflug. Bewegen Sie sich während des Flugs regelmäßig und trinken Sie ausreichend Flüssigkeit, um das Thromboserisiko zu senken. Langfristig ist keine spezielle Diät erforderlich, auch wenn leichtere Kost in den ersten Wochen hilfreich ist.
Risiken, Sicherheit und Ergebnisse
Die laparoskopische Cholezystektomie ist in erfahrenen Händen ein routinemäßiger und allgemein sicherer Eingriff, dennoch birgt jede Operation Risiken. Zu den allgemeinen Risiken zählen Wundinfektionen, Blutungen, ein Narbenbruch an einer der Einstichstellen sowie Thrombosen. Ein Galleleck aus dem Ductus cysticus oder dem Leberbett tritt bei einem kleinen Teil der Patientinnen und Patienten auf und wird meist über eine Drainage oder eine ERCP behandelt. Eine Verletzung des Hauptgallengangs ist die spezifische Komplikation, die das Operationsteam mit größter Sorgfalt zu vermeiden sucht; sie ist selten, kann im Fall des Auftretens jedoch weitere Operationen erforderlich machen. Ein im Gallengang verbliebener Stein muss unter Umständen später per ERCP entfernt werden. Manche Personen bemerken nach fettreichen Mahlzeiten über einige Wochen oder Monate Blähungen oder weichere Stühle, und bei einer kleinen Zahl bleiben Symptome bestehen, die weiter abgeklärt werden müssen. Bei den meisten Betroffenen beendet die Entfernung der Gallenblase die Koliken und ermöglicht die Rückkehr zu einer normalen Ernährung und zum gewohnten Alltag.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Kann man ohne Gallenblase normal leben?
Ja. Die Leber bildet weiterhin Gallenflüssigkeit, die nun kontinuierlich in den Darm fließt, anstatt zwischengespeichert zu werden. Die meisten Menschen können sich nach der Genesung ganz normal ernähren. Manche bemerken in den ersten Wochen oder Monaten nach üppigen, fettreichen Mahlzeiten Blähungen oder weicheren Stuhlgang; dies legt sich meist wieder, und kleinere, leichtere Mahlzeiten helfen in der Zwischenzeit.
Können nur die Steine entfernt werden, während die Gallenblase erhalten bleibt?
Im Allgemeinen nicht. Wenn man lediglich die Steine entfernt oder versucht, sie mit Medikamenten aufzulösen, bilden sich meist erneut Steine, da die Gallenblase, die sie gebildet hat, weiterhin auf dieselbe Weise arbeitet. Medikamente zur Steinauflösung wirken nur bei kleinen Cholesterinsteinen, erfordern Monate und führen oft zu Rückfällen. Aus diesem Grund ist die Entfernung der Gallenblase die Standardtherapie bei symptomatischen Gallensteinen.
Wie groß sind die Narben?
Nach einer Schlüssellochoperation verbleiben drei oder vier kleine Narben, die meist einen halben bis knapp über einen Zentimeter lang sind; eine davon liegt unauffällig im oder am Nabel. Sie verblassen im Laufe der folgenden Monate. Bei Verfahren über einen einzigen Zugang werden alle Instrumente über den Nabel eingeführt. Muss der Eingriff zu einer offenen Operation erweitert werden, entsteht ein längerer Schnitt unter dem rechten Rippenbogen.
Wann ist ein Rückflug möglich?
Nach einer unkomplizierten Schlüssellochoperation können die meisten Menschen nach etwa einer Woche fliegen, sobald das Operationsteam die Wunden kontrolliert und den unauffälligen Heilungsverlauf bestätigt hat. Nach einer offenen Operation oder einem komplizierteren Verlauf ist in der Regel eine längere Wartezeit erforderlich. Gehen Sie während des Fluges regelmäßig auf und ab, trinken Sie ausreichend, um das Thromboserisiko zu senken, und führen Sie Ihren Entlassungsbrief mit sich.
Was geschieht, wenn ein Stein im Gallengang festsitzt?
Ein Stein im Gallengang kann eine Gelbsucht, Schmerzen oder eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse auslösen. Er wird meist mittels ERCP entfernt, einem endoskopischen Eingriff über den Mund, der entweder vor der Gallenblasenoperation oder kurz danach stattfindet; manche Chirurginnen und Chirurgen befreien den Gang auch während desselben Eingriffs von Steinen. Ihr Behandlungsteam plant die Abfolge anhand Ihrer Blutwerte und Bildgebungen.
Ist eine roboterassistierte Gallenblasenoperation besser als die standardmäßige Schlüssellochoperation?
Die Roboterchirurgie nutzt dieselben kleinen Schnitte, wobei die Instrumente von einer Konsole aus gesteuert werden. Für die routinemäßige Cholezystektomie haben Studien keine eindeutigen Vorteile für Patientinnen und Patienten gegenüber der klassischen Laparoskopie gezeigt, auch wenn manche Operateure das System bei komplexeren Fällen einsetzen. Die Erfahrung des Operationsteams ist wichtiger als das gewählte Verfahren, daher ist es ratsam zu erfragen, wie oft Ihre Chirurgin oder Ihr Chirurg den Eingriff durchführt.
Wie schnell kann man wieder arbeiten und Sport treiben?
Die meisten Menschen kehren nach einer Schlüssellochoperation innerhalb von ein bis zwei Wochen an den Schreibtisch zurück und können wieder Auto fahren, sobald eine Vollbremsung schmerzfrei möglich ist, oft nach etwa einer Woche. Mit schwerem Heben, intensivem Sport und körperlicher Arbeit sollte meist etwa vier bis sechs Wochen gewartet werden, um die kleinen Wunden vor einem Narbenbruch zu schützen; nach einer offenen Operation sollten Sie mehr Zeit einplanen.
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