ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie)

ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie)

Gastroenterologie

ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) wird an 3 Krankenhäusern in 1 Stadt im Voumed-Netzwerk angeboten.

3 Krankenhäuser bieten diese Behandlung in 1 Land über das Voumed-Netzwerk an; 1 davon ist JCI-akkreditiert.

So verifiziert Voumed die Leistungsdaten der Krankenhäuser

Die ERCP (endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie) ist ein kombiniertes endoskopisches und radiologisches Verfahren, mit dem die Gallengänge und der Bauchspeicheldrüsengang ohne offenen chirurgischen Eingriff untersucht und behandelt werden. Bei einer ERCP am Gallengang oder Bauchspeicheldrüsengang wird ein dünnes, flexibles Endoskop durch den Mund, die Speiseröhre und den Magen bis in den ersten Abschnitt des Dünndarms (den Zwölffingerdarm) vorgeschoben, wo die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge münden. Anschließend wird ein feiner Schlauch in diese Gänge eingeführt, Kontrastmittel injiziert und das Röntgenbild zeigt mögliche Steine, Verengungen oder Verschlüsse. In derselben Sitzung kann das Team den Befund direkt behandeln, beispielsweise einen im Gallengang festsitzenden Stein entfernen, einen kleinen Stent einsetzen, um einen verengten Gang offenzuhalten, oder den Schließmuskel an der Gangmündung erweitern. Da der gesamte Eingriff über die natürlichen Körperöffnungen erfolgt, entstehen keine äußeren Schnitte, und die meisten Patienten können noch am selben Tag oder nach einer Nacht nach Hause gehen. Die Untersuchung wird üblicherweise in spezialisierten Endoskopieabteilungen von erfahrenen Teams durchgeführt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die ERCP kombiniert ein flexibles Endoskop mit Röntgenaufnahmen, um die Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge über den Mund zu erreichen, ohne dass Schnitte an der Körperoberfläche erforderlich sind.
  • Sie wird eingesetzt, wenn ein Stein, eine Verengung, ein Galleleck oder ein Tumor diese Gänge blockiert und Gelbsucht, Schmerzen oder Infektionen verursacht, die eine direkte Behandlung und nicht nur eine Diagnostik erfordern.
  • Unter Sedierung oder Vollnarkose gelangt das Endoskop in den Zwölffingerdarm, Kontrastmittel und Röntgenstrahlen machen das Hindernis sichtbar, und innerhalb von 30 bis 90 Minuten kann ein Stein geborgen oder ein Stent eingesetzt werden.
  • Die meisten Patienten werden noch am selben Tag oder nach einer einzigen Nacht entlassen, können essen, sobald das Team es freigibt, und sind nach einigen Tagen der Beobachtung meist reisefähig für den Heimweg.
  • Das wichtigste spezifische Risiko ist eine Bauchspeicheldrüsenentzündung; auch Blutungen nach einer Erweiterung der Gangmündung, Infektionen der Gallenwege oder in seltenen Fällen ein Einriss der Darmwand sind möglich, weshalb Nüchternheit und die Kontrolle der Blutgerinnung vorab unerlässlich sind.
Auf dieser Seite

Auf einen Blick

Anästhesie
Sedierung oder Vollnarkose
Krankenhausaufenthalt
in der Regel ambulant am selben Tag oder eine Nacht
Dauer des Eingriffs
üblicherweise etwa 30 bis 90 Minuten
Erholung
die meisten alltäglichen Aktivitäten sind nach wenigen Tagen wieder möglich
Zeit bis zum Heimflug
in der Regel wenige Tage, sobald das Team einen stabilen Verlauf bestätigt
Geeignet bei
Erkrankungen der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge, die ohne offene Operation behandelt werden

Was das Verfahren ist

Die Gallengänge leiten die Gallenflüssigkeit aus der Leber und der Gallenblase in den Darm, und der Bauchspeicheldrüsengang transportiert Verdauungssäfte aus der Bauchspeicheldrüse auf demselben Weg. Wenn ein Stein, eine Verengung oder ein Tumor diese Gänge blockiert, kann sich die Galle stauen und zu Gelbsucht, Schmerzen sowie Infektionen führen. Die ERCP ist das Verfahren, das diese Gänge von innen erreicht, indem sie ein Seitblickendoskop mit Echtzeit-Röntgenaufnahmen kombiniert. Das Endoskop wird bis zu der Stelle im Zwölffingerdarm geführt, an der die Gänge münden, und ein feiner Katheter wird in den jeweiligen Gang vorgeschoben. Durch die Injektion von Kontrastmittel stellen sich die Gänge im Röntgenbild deutlich dar, sodass Steine, Engstellen oder Leckagen sichtbar werden. Im Gegensatz zu reinen Bildgebungsverfahren ist die ERCP vor allem ein therapeutisches Instrument: Sobald das Problem erkannt ist, kann es in derselben Sitzung mit Instrumenten behandelt werden, die über das Endoskop eingeführt werden. Eine rein diagnostische Darstellung der Gänge erfolgt heute meist mit weniger invasiven Methoden wie der Endosonographie (EUS) oder der MRT.

Wann die Behandlung empfohlen wird

Eine ERCP wird vor allem dann empfohlen, wenn eine Verlegung oder eine Erkrankung der Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengänge vorliegt, die behandelt werden muss. Zu den häufigen Gründen gehören Steine, die aus der Gallenblase gewandert sind und im Gallengang festsitzen, Gelbsucht infolge einer Verengung oder Blockade des Ganges, Strikturen durch Entzündungen oder frühere Operationen, Galleleckagen sowie Verschlüsse im Zusammenhang mit einer chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung oder gangnahen Tumoren. Sie wird in der Regel gewählt, wenn ein therapeutischer Eingriff zu erwarten ist, da dieselbe Prozedur, die das Problem aufdeckt, dieses auch beheben kann, zum Beispiel durch die Entfernung eines Steins oder das Einsetzen eines Stents. Geht es rein um die Bildgebung, etwa um abzuklären, ob ein Stein vorliegt, ziehen medizinische Teams oft zunächst die Endosonographie (EUS) oder die MRT vor und behalten die ERCP Fällen vor, bei denen eine Intervention wahrscheinlich ist. Die Entscheidung wird nach Prüfung der Symptome, Blutwerte und vorangehenden Untersuchungen individuell getroffen.

Ablauf der Untersuchung

Die ERCP wird unter Sedierung oder Vollnarkose durchgeführt, sodass der Eingriff für Sie schmerzfrei und angenehm verläuft. In liegender Position wird ein dünnes, flexibles Endoskop vorsichtig über den Mund durch die Speiseröhre und den Magen in den Zwölffingerdarm vorgeschoben; der Rachen kann zuvor betäubt werden, und es sind keine Hautschnitte erforderlich. Mithilfe eines feinen Katheters und unter Röntgenkontrolle sondiert das Team den Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengang und spritzt Kontrastmittel ein, um das Gangsystem abzubilden. Je nach Befund kann das Team die Gangmündung erweitern (Sphinkterotomie), Steine mit einem kleinen Körbchen oder Ballon bergen oder einen Kunststoff- bzw. Metallstent einsetzen, um einen verengten Gang offenzuhalten. Die Sitzung dauert üblicherweise etwa 30 bis 90 Minuten. Anschließend werden die Patienten noch für einige Zeit überwacht, und die meisten können noch am selben Tag oder nach einer einzigen Übernachtung nach Hause zurückkehren, sobald sie wieder beschwerdefrei essen können.

Voraussetzungen und Vorbereitung

Geeignete Kandidaten sind Patienten mit einer Erkrankung der Gallen- oder Bauchspeicheldrüsengänge, die voraussichtlich einer Behandlung bedarf, und deren Allgemeinzustand eine Sedierung oder Narkose erlaubt. Zur Vorbereitung gehören eine mehrstündige Nüchternphase vor dem Eingriff, Blutuntersuchungen einschließlich der Gerinnungswerte sowie die Sichtung vorangegangener Bildgebungen wie Ultraschall, CT oder MRT, damit das Team die Anatomie im Vorfeld kennt. Medikamente, insbesondere Blutverdünner und Diabetespräparate, werden nach ärztlicher Rücksprache überprüft und angepasst, und eventuelle Kontrastmittelallergien werden erfasst. Da nach einer ERCP ein geringes Risiko für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung besteht, trifft das Team gezielte Vorsichtsmaßnahmen, und manche Patienten erhalten rund um den Eingriff ein schützendes Medikament. Für internationale Patienten kann die Vorabklärung bereits vom Heimatort aus beginnen: Aktuelle Aufnahmen, Laborergebnisse und ein Arztbrief werden vorab geprüft, damit das Team schon vor der Reise beurteilen kann, ob eine ERCP der richtige Schritt ist und welche Behandlung voraussichtlich ansteht.

Genesung und Planung Ihrer Behandlung im Ausland

Die Erholung nach einer ERCP verläuft in der Regel rasch, da keine äußeren Wunden entstehen. Nach einer Überwachungsphase können die meisten Patienten noch am selben Tag oder nach einer Nacht nach Hause gehen und wieder essen, sobald das Team dies freigibt. Leichte Halsschmerzen, Blähungen oder Müdigkeit können für einen Tag anhalten, und alltägliche Aktivitäten sind meist nach wenigen Tagen wieder möglich. Falls ein Stent eingesetzt wurde, erklärt das Team, ob und wann dieser gewechselt oder entfernt werden muss, was gelegentlich auch heimatnah organisiert werden kann. Flugreisen sind normalerweise nach wenigen Tagen unbedenklich, sobald das Team einen stabilen Verlauf bestätigt; es ist ratsam, nicht unmittelbar nach dem Eingriff zu fliegen, damit eventuelle frühe Komplikationen rechtzeitig erkannt werden können. Internationale Patiententeams stellen häufig Dolmetscher und Koordinatoren bereit und unterstützen bei der Planung eines Folgetermins, falls eine mehrzeitige Behandlung wie ein späterer Stentwechsel erforderlich ist.

Risiken, Sicherheit und Ergebnisse

Die ERCP ist ein etabliertes Verfahren, das in erfahrenen Händen im Allgemeinen sicher ist. Da sie jedoch die Bauchspeicheldrüsen- und Gallengänge einbezieht, birgt sie ein geringes, spezifisches Risiko für eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), die Schmerzen verursachen und einen kurzen Krankenhausaufenthalt erfordern kann. Weitere mögliche Komplikationen sind Blutungen, insbesondere nach einer Erweiterung der Gangmündung, Infektionen der Gallenwege und selten ein kleiner Einriss in der Darmwand. Die Teams minimieren diese Risiken durch präzise Techniken, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und bei Bedarf durch vorbeugende Medikamente gegen eine Pankreatitis. Für die meisten Patienten ist der Nutzen deutlich und oft unmittelbar spürbar: Die Befreiung eines verlegten Ganges kann Gelbsucht und Schmerzen rasch lindern sowie Infektionen behandeln oder verhindern. Die Ergebnisse hängen von der zugrunde liegenden Ursache und der Erfahrung des Teams ab, weshalb eine ERCP am besten in hochmodernen Endoskopiezentren durchgeführt wird, in denen diese Eingriffe regelmäßig stattfinden.

Häufig gestellte Fragen

Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Wird die ERCP unter Vollnarkose durchgeführt?

Eine ERCP wird unter Sedierung oder in bestimmten Fällen unter Vollnarkose durchgeführt, sodass Sie entspannt schlafen und vom Endoskop während des Eingriffs nichts spüren. Das Team entscheidet anhand Ihres Gesundheitszustands und der Komplexität des geplanten Eingriffs, welche Narkoseform am besten geeignet ist, und erklärt Ihnen den Ablauf im Vorfeld genau.

Werden bei einer ERCP Schnitte am Körper vorgenommen?

Nein. Die ERCP erfolgt über den Mund mit einem flexiblen Endoskop, sodass keine Schnitte an der Haut oder am Bauch nötig sind. Sämtliche Behandlungen wie das Bergen von Steinen oder das Einsetzen von Stents werden von innen über Instrumente durchgeführt, die durch das Endoskop vorgeschoben werden, weshalb die Erholung in der Regel schnell verläuft.

Wie unterscheidet sich die ERCP von einer Ultraschalluntersuchung oder einem MRT?

Die Endosonographie (EUS) und die MRT dienen vor allem der reinen Bildgebung der Gänge, wohingegen die ERCP überwiegend ein Therapieverfahren ist, mit dem Befunde direkt in derselben Sitzung behandelt werden können, beispielsweise durch das Entfernen eines Steins oder das Einsetzen eines Stents. Dient die Untersuchung lediglich der Diagnostik, ziehen Teams meist zunächst die weniger invasiven Schnittbildverfahren vor und setzen die ERCP gezielt dann ein, wenn ein Eingriff wahrscheinlich ist.

Benötige ich mehr als eine ERCP?

Manchmal. Wenn ein Stent eingesetzt wird, muss dieser unter Umständen später gewechselt oder entfernt werden, oder eine komplexe Engstelle wird schrittweise therapiert, sodass eine zweite Sitzung vereinbart wird. In vielen Fällen reicht jedoch eine einzige ERCP aus, um das Problem zu beheben. Das Team bespricht den Behandlungsplan mit Ihnen und unterstützt internationale Patienten bei der Organisation eines eventuellen Folgetermins.

Wann kann ich nach einer ERCP die Heimreise antreten?

Viele Patienten sind nach wenigen Tagen wieder reisefähig, sobald das Team einen stabilen Erholungsverlauf bestätigt und frühe Komplikationen wie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgeschlossen sind. Es wird in der Regel empfohlen, nicht unmittelbar nach dem Eingriff zu fliegen; das Team stimmt den sicheren Zeitpunkt mit Ihnen ab und hilft bei der zeitlichen Planung einschließlich möglicher Nachkontrollen.

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