Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC
Onkologie
Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC wird an 2 Krankenhäusern in 2 Städten im Voumed-Netzwerk angeboten.
2 Krankenhäuser bieten diese Behandlung in 1 Land über das Voumed-Netzwerk an; 2 davon sind JCI-akkreditiert.
Die Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC ist eine kombinierte Behandlung für Krebserkrankungen, die sich auf das Bauchfell (Peritoneum), die feine Auskleidung der Bauchhöhle, ausgebreitet haben. Sie vereint zwei Schritte in einer einzigen Operation. Zunächst entfernt der Operateur sorgfältig alle sichtbaren Tumorablagerungen aus der Bauchhöhle; diese Phase wird als Zytoreduktion bezeichnet. Anschließend wird noch während der Narkose eine erwärmte Chemotherapielösung für eine festgelegte Zeit im Bauchraum zirkuliert, um mikroskopisch kleine Krebszellen zu zerstören, die durch die Operation allein nicht erreicht werden können. Dieser Schritt heißt HIPEC, die Abkürzung für hypertherme intraperitoneale Chemotherapie. Durch das Erwärmen des Medikaments und die direkte Verabreichung in den Bauchraum kann die Chemotherapie genau dort intensiv wirken, wo sich der Tumor befindet, während der restliche Körper von vielen Belastungen einer Standardtherapie verschont bleibt. Für sorgfältig ausgewählte Patienten kann dieser Ansatz eine wirksame, langfristige Kontrolle einer Erkrankung bieten, die einst als unheilbar galt. Da es sich um einen hochspezialisierten, anspruchsvollen Eingriff handelt, der von spezialisierten Bauchfell-Teams durchgeführt wird, reisen viele Betroffene ins Ausland, um Zentren mit der erforderlichen Erfahrung und Ausstattung zu erreichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC verbindet die vollständige Entfernung aller sichtbaren Tumorherde im Bauchraum mit einer erwärmten Chemotherapie, die während derselben Narkose durch die Bauchhöhle geleitet wird.
- Das Verfahren kommt infrage, wenn der Krebs auf das Bauchfell begrenzt ist, ohne dass Absiedlungen in Lunge, Knochen oder Gehirn vorliegen, und die Bildgebung zeigt, dass sich alle sichtbaren Herde realistisch entfernen lassen.
- In Vollnarkose eröffnet der Chirurg die Bauchdecke über einen Mittellinienschnitt, entfernt den Tumor von allen betroffenen Oberflächen und spült den Raum anschließend mit dem erwärmten Medikament, wobei der gesamte Eingriff meist sechs bis zwölf Stunden dauert.
- Der Krankenhausaufenthalt beträgt etwa ein bis drei Wochen einschließlich der Intensivstation, der Rückflug erfolgt nach rund drei bis vier Wochen und gewohnte Aktivitäten können meist nach sechs bis zwölf Wochen wieder aufgenommen werden.
- Es handelt sich um eine große Operation mit höheren Risiken als bei Routineeingriffen, weshalb sie in spezialisierte Zentren gehört; Voraussetzung ist zudem eine ausreichende körperliche Verfassung für die längere Erholungsphase.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Narkose
- Vollnarkose
- Krankenhausaufenthalt
- meist etwa 1 bis 3 Wochen, einschließlich einer Phase auf der Intensivstation
- Dauer des Eingriffs
- oft 6 bis 12 Stunden, abhängig vom Ausmaß der Tumorausbreitung
- Genesung
- mehrere Wochen schrittweise Erholung; Rückkehr zu normalen Alltagsaktivitäten meist nach 6 bis 12 Wochen
- Zeit bis zum Rückflug
- in der Regel etwa 3 bis 4 Wochen, sobald das chirurgische Team eine stabile Wundheilung und Genesung bestätigt
- Besonders geeignet für
- Krebserkrankungen, die auf das Bauchfell begrenzt sind und bei denen alle sichtbaren Herde entfernt werden können
Was das Verfahren ist
Das Bauchfell (Peritoneum) ist die glatte Membran, die das Innere der Bauchhöhle auskleidet und die darin liegenden Organe umhüllt. Bestimmte Krebserkrankungen, darunter Tumoren des Blinddarms, des Dickdarms, der Eierstöcke und des Magens sowie das vom Bauchfell selbst ausgehende Peritonealkarzinom oder Pleuramesotheliom, können sich als verstreute Herde über diese Auskleidung ausbreiten, statt in entfernte Organe zu streuen. Wenn die Erkrankung auf diese Weise auf das Bauchfell begrenzt bleibt, kann die chirurgische Entfernung in Kombination mit einer direkten lokalen Behandlung weitaus wirksamer sein als Medikamente, die ausschließlich über eine Vene verabreicht werden. Die Zytoreduktion bezeichnet dabei die sorgfältige Entfernung aller sichtbaren Tumorknoten, was das Abtragen betroffener Bauchfellanteile und die Resektion befallener Organabschnitte umfassen kann. Bei der anschließenden HIPEC wird die gesäuberte Bauchhöhle mit einer auf etwa 41 bis 43 Grad Celsius erwärmten Chemotherapielösung gespült, die etwa 30 bis 90 Minuten lang zirkuliert. Die Wärme macht die Krebszellen empfindlicher und verbessert das Eindringen des Wirkstoffs, sodass beide Schritte zusammen darauf abzielen, möglichst keine Tumorreste zurückzulassen.
Wann das Verfahren empfohlen wird
Diese Behandlung wird in Betracht gezogen, wenn sich der Krebs auf das Bauchfell ausgebreitet hat, jedoch keine ausgeprägten Fernmetastasen in Organen wie Lunge, Knochen oder Gehirn vorliegen und Voruntersuchungen zeigen, dass alle sichtbaren Tumorherde realistisch entfernt werden können. Zu den Erkrankungen, die am häufigsten so behandelt werden, zählen das Pseudomyxoma peritonei (eine meist vom Blinddarm ausgehende, langsam wachsende Erkrankung), das Peritonealmesotheliom sowie Bauchfellabsiedlungen von Blinddarmkrebs, Darmkrebs, Eierstockkrebs und in ausgewählten Fällen Magenkrebs. Die Entscheidung wird nie allein anhand eines Bildes getroffen. Ein spezialisiertes Team aus der Viszeralchirurgie und Onkologie bewertet Tumorart und Ausdehnung, den allgemeinen Gesundheitszustand und die Belastbarkeit des Patienten für eine lange Operation sowie das Ansprechen auf bisherige Therapien. Mitunter wird das genaue Ausmaß des Befalls vor dem Haupteingriff durch eine kurze Bauchspiegelung überprüft. Da die Operation am erfolgreichsten ist, solange die Erkrankung begrenzt ist, erweitert eine frühe Vorstellung in der Regel die Optionen.
Wie die Operation abläuft
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose und beginnt üblicherweise mit einem längeren Schnitt in der Mitte der Bauchdecke, um die gesamte Bauchhöhle gründlich untersuchen und behandeln zu können. Der Chirurg führt daraufhin die Zytoreduktion durch und entfernt methodisch alle sichtbaren Tumorablagerungen. Dazu gehört das präzise Ablösen befallenen Bauchfells von der Bauchwand und dem Zwerchfell sowie bei Bedarf das Entfernen betroffener Darmabschnitte, des großen Netzes oder anderer Organanteile mit dem Ziel, keinen Tumor zurückzulassen, der größer als ein winziger Knoten ist. Sobald der Bauchraum vollständig gesäubert ist, beginnt die HIPEC-Phase. Spezielle Katheter werden in die Bauchhöhle eingebracht, über die eine exakt erwärmte Chemotherapielösung kontinuierlich zirkuliert wird, während Temperatur und Flussrate genau überwacht werden, damit der Wirkstoff alle Bereiche gleichmäßig erreicht. Nach Ablauf der Spülzeit wird die Lösung abgelassen, erforderliche Rekonstruktionen wie das Wiederverbinden von Darmabschnitten werden abgeschlossen und die Bauchdecke wird verschlossen. Der gesamte Eingriff dauert meist zwischen sechs und zwölf Stunden, wobei die Dauer maßgeblich davon abhängt, wie viel Tumorgewebe entfernt werden muss.
Voraussetzungen und Vorbereitung
Geeignet sind Patientinnen und Patienten mit einem auf das Bauchfell begrenzten Tumor, der vollständig entfernbar erscheint, die körperlich stabil genug für eine große Operation sowie eine längere Genesungsphase sind und deren Befunde von einem in diesem Bereich erfahrenen Team begutachtet wurden. Die Vorbereitung ist umfassend. Sie beinhaltet in der Regel detaillierte Schnittbilduntersuchungen von Brustkorb, Bauch und Becken, Blutuntersuchungen einschließlich Tumormarkern, eine Überprüfung der Herz- und Lungenfunktion sowie eine Beurteilung des Ernährungszustands, da ein guter Allgemeinzustand die Genesung unterstützt. Bestehende Vorbehandlungen und Medikamente, insbesondere blutverdünnende Mittel, werden ärztlich überprüft und angepasst; ein Rauchstopp deutlich vor dem Eingriff wird dringend empfohlen. Für internationale Patienten kann ein Großteil der Vorbereitung bereits von zu Hause aus beginnen: Aktuelle CT- oder MRT-Bilder, pathologische Befunde und ein Arztbrief werden vorab geprüft, damit das Team vor der Reise eine fundierte Einschätzung abgeben kann, bevor abschließende Untersuchungen und gegebenenfalls eine diagnostische Bauchspiegelung vor Ort den Eingriff bestätigen.
Genesung und Planung Ihrer Behandlung im Ausland
Die Erholung nach einer Zytoreduktiven Chirurgie mit HIPEC ist aufwendiger als nach vielen anderen Operationen, da ein großer viszeralchirurgischer Eingriff mit einer lokalen Chemotherapie kombiniert wird. Die meisten Patienten verbringen die ersten ein bis zwei Tage zur engmaschigen Überwachung auf einer Intensivstation oder Überwachungsstation und werden bei stabilem Verlauf auf die Normalstation verlegt. Der Darm benötigt Zeit, um seine Funktion wieder aufzunehmen, weshalb der Kostaufbau schrittweise erfolgt; Schläuche und Wunddrainagen werden entsprechend dem Heilungsfortschritt nach und nach entfernt. Der reguläre Krankenhausaufenthalt dauert etwa ein bis drei Wochen. Die körperliche Kraft kehrt in den folgenden Wochen schrittweise zurück, und die meisten Menschen können nach etwa sechs bis zwölf Wochen wieder ihren gewohnten Alltag aufnehmen, abhängig vom Umfang des Eingriffs und der individuellen Konstitution. Bei der Reiseplanung ins Ausland ist es sinnvoll, insgesamt etwa drei bis vier Wochen einzuplanen, damit Voruntersuchungen, Operation, stationäre Erholung und eine ambulante Abschlusskontrolle vor dem Rückflug erfolgen können. Flugreisen werden erst empfohlen, wenn das chirurgische Team eine regelrechte Wundheilung bestätigt. Die Nachsorge kann anschließend aus der Ferne fortgeführt werden, wobei internationale Patiententeams häufig Dolmetscher bereitstellen, damit die Betreuung sprachlich reibungslos verläuft.
Risiken, Sicherheit und Ergebnisse
In erfahrenen Händen und an einem entsprechend ausgestatteten Krankenhaus ist die Zytoreduktive Chirurgie mit HIPEC eine etablierte Behandlungsmethode, sie bleibt jedoch ein großer Eingriff und birgt höhere Risiken als Routineoperationen, weshalb sie ausschließlich an spezialisierten Zentren durchgeführt werden sollte. Zu den möglichen Komplikationen zählen Nachblutungen, Infektionen, Undichtigkeiten an den Nahtstellen des Darms, eine vorübergehende Darmlähmung, Thrombosen sowie Nebenwirkungen der Chemotherapie wie ein vorübergehender Abfall der Blutzellen. Das Behandlungsteam trifft umfassende Vorsichtsmaßnahmen, um diese Risiken zu minimieren und frühzeitig zu behandeln, wozu auch die engmaschige Nachbeobachtung gehört. Der potenzielle Nutzen ist erheblich: Bei geeigneten Patienten kann die vollständige operative Entfernung der Herde in Kombination mit der lokalen Spülung eine langfristige Krankheitskontrolle ermöglichen, die mit einer alleinigen medikamentösen Therapie oft nicht erreichbar wäre. Der Erfolg hängt maßgeblich von einer sorgfältigen Patientenauswahl, der Vollständigkeit der Tumorresektion und der operativen Erfahrung des Teams ab, weshalb die Wahl eines Zentrums mit hoher Routine bei diesem Verfahren von zentraler Bedeutung ist.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Wird die HIPEC in Vollnarkose durchgeführt?
Ja. Beide Abschnitte, die chirurgische Entfernung der Tumorherde und die Spülung mit der erwärmten Chemotherapielösung, erfolgen in einer einzigen Sitzung unter Vollnarkose, sodass Sie während des gesamten Eingriffs tief schlafen und keine Schmerzen verspüren. Da die Operation mehrere Stunden in Anspruch nimmt, werden Sie vom Anästhesieteam durchgehend und bis in die frühe Aufwachphase lückenlos überwacht.
Wie lange dauern die Operation und der Krankenhausaufenthalt?
Die Operation selbst dauert üblicherweise zwischen sechs und zwölf Stunden, abhängig davon, wie weit sich der Krebs im Bauchraum ausgebreitet hat und wie viel Gewebe entfernt werden muss. Der anschließende Krankenhausaufenthalt liegt in der Regel bei ein bis drei Wochen, einschließlich einer kurzen Überwachungsphase auf der Intensivstation zu Beginn, um den Heilungsverlauf engmaschig zu begleiten.
Wie viele Tage Aufenthalt sollte ich im Ausland einplanen?
Die meisten Patienten sollten insgesamt etwa drei bis vier Wochen einplanen. Diese Zeitspanne deckt die abschließenden Untersuchungen vor Ort, die Operation, den stationären Erholungsaufenthalt sowie eine ambulante Wundkontrolle ab, bevor das Team die Flugtauglichkeit für die Heimreise bestätigt.
Ist dieses Verfahren dasselbe wie eine herkömmliche Chemotherapie?
Nein. Eine herkömmliche Chemotherapie wird in der Regel über eine Vene in mehreren Zyklen verabreicht, um im gesamten Körper zu wirken. Bei der HIPEC wird die erwärmte Chemotherapie einmalig direkt während der Operation in die Bauchhöhle eingebracht, um gezielt die dortigen Tumorareale zu behandeln. Beide Methoden können Teil eines übergeordneten Behandlungsplans sein, verfolgen jedoch unterschiedliche Zwecke.
Für wen ist diese Behandlung geeignet?
Das Verfahren eignet sich für Personen, deren Krebserkrankung auf das Bauchfell begrenzt ist und sich operativ vollständig entfernen lässt, und die über eine ausreichende körperliche Verfassung für einen großen Eingriff verfügen. Ein spezialisiertes Team prüft Ihre Schnittbilder, Gewebebefunde und Ihren Allgemeinzustand; gelegentlich wird die Ausdehnung vorab durch eine kurze diagnostische Bauchspiegelung überprüft. Liegen ausgeprägte Fernmetastasen in anderen Organen vor, ist das Verfahren nicht geeignet.
Wann kann ich nach der Operation nach Hause fliegen?
Die meisten Patientinnen und Patienten können die Heimreise antreten, sobald das chirurgische Team eine gute Wundheilung, eine regelrechte Darmfunktion und einen stabilen Genesungsverlauf bestätigt hat, was meist etwa drei bis vier Wochen nach der Operation der Fall ist. Ein früherer Flug ist nach einem derart großen Baucheingriff nicht ratsam, und das Abwarten der ärztlichen Freigabe ist der sicherere Weg.
Wie erfolgt die Nachsorge, wenn ich wieder zu Hause bin?
Ihr Behandlungsteam händigt Ihnen einen schriftlichen Nachsorge- und Überwachungsplan aus und bleibt für Rückfragen per Nachricht oder Videosprechstunde erreichbar. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, Blutabnahmen und Bestimmungen der Tumormarker können in der Regel bei einem Facharzt für Onkologie an Ihrem Heimatort durchgeführt und an das operative Zentrum übermittelt werden, wobei bei Bedarf Dolmetscher unterstützen.
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