Hämatologie

Hämatologie

Hämatologie ist an 23 Krankenhäusern in 10 Städten im Voumed-Netzwerk verfügbar.

23 Krankenhäuser versorgen Patienten in diesem Fachgebiet in 5 Ländern über das Voumed-Netzwerk; 16 davon sind JCI-akkreditiert.

So verifiziert Voumed die Leistungsdaten der Krankenhäuser

Die Hämatologie diagnostiziert und behandelt Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarks, des lymphatischen Systems und der blutbildenden Organe und umfasst sowohl gutartige Störungen als auch bösartige Blutkrebserkrankungen. Das Spektrum reicht von häufigen Beschwerden wie Anämie und Gerinnungsstörungen über schwere Erkrankungen wie Leukämie, Lymphome und Multiples Myelom bis hin zu erblichen Erkrankungen wie Thalassämie und Sichelzellkrankheit. Patientinnen und Patienten reisen für eine hämatologische Versorgung an, um eine präzise Diagnose zu erhalten, Zugang zu modernen Therapien einschliesslich Chemotherapie, zielgerichteter Therapie und bei ausgewählten Betroffenen Knochenmarktransplantation zu bekommen sowie von der engen Abstimmung mit der Onkologie und der intensiven Betreuung zu profitieren, die komplexe Bluterkrankungen erfordern. Da sich die Behandlungsergebnisse bei vielen Blutkrebserkrankungen in den letzten Jahren deutlich verbessert haben, liegt der Schwerpunkt auf einer exakten Diagnostik und einem anschliessenden Behandlungsplan, der sicher unter einem Dach umgesetzt wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Unter einem Fachgebiet vereinen sich zwei Bereiche: die gutartigen Veränderungen des Blutbilds und der Blutgerinnung sowie Krebserkrankungen, die im Knochenmark oder im Lymphsystem entstehen.
  • Der erste Blick gilt dem Blut selbst: Die Bestimmung der roten und weissen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen und deren mikroskopische Begutachtung weisen häufig bereits die Richtung.
  • Reicht dies nicht aus, wird unter örtlicher Betäubung, gelegentlich auch mit einer leichten Sedierung, eine Knochenmarkprobe entnommen, um die Diagnose zu sichern.
  • Viele Auffälligkeiten im Blutbild lassen sich beheben, sobald die Ursache feststeht, sei es durch die Gabe von Eisen oder Vitaminen, durch Medikamente oder durch Transfusionen bei anhaltend niedrigen Werten.
  • Die Diagnosestellung erfolgt meist innerhalb weniger ambulanter Tage, während die Behandlung von tagesklinischen Infusionen bis hin zu mehrwöchigen stationären Aufenthalten für eine Intensivtherapie oder ein Knochenmarktransplantat reicht.
Auf dieser Seite

Auf einen Blick

Teilgebiete
gutartige Hämatologie, hämatologische Onkologie, Knochenmarktransplantation, Blutungs- und Gerinnungsstörungen, Hämoglobinopathien, therapeutische Apherese
Häufige Untersuchungen und Verfahren
grosses Blutbild und Blutausstrich, Gerinnungstests, Knochenmarkuntersuchung, genetische und immunologische Tests, therapeutische Apherese, Transfusion, Chemotherapie, Knochenmarktransplantation
Häufige Gründe für eine Anreise
präzise Diagnostik bei auffälligem Blutbild, Zugang zu modernen Therapien und Transplantationen, umfassende labormedizinische und intensivmedizinische Unterstützung
Typischer Ablauf
Diagnosestellung ambulant über wenige Tage; die Behandlung variiert von tagesklinischen Infusionen bis zu mehrwöchigen stationären Aufenthalten für Intensivtherapie oder Transplantation
Betäubung
meist keine; eine Knochenmarkprobe wird unter örtlicher Betäubung, gelegentlich mit leichter Sedierung entnommen
Typischer erster Schritt
grosses Blutbild und Blutausstrich, bei Bedarf ergänzt durch eine Knochenmarkuntersuchung zur weiteren Abklärung

Überblick

Die Hämatologie umfasst zwei eng miteinander verknüpfte Bereiche. Die gutartige Hämatologie befasst sich mit Störungen wie Anämien, erniedrigten oder veränderten Zellzahlen im Blut sowie Störungen der Blutgerinnung; viele davon sind häufig und gut behandelbar, sobald die Ursache ermittelt ist. Die hämatologische Onkologie widmet sich bösartigen Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems einschliesslich Leukämien, Lymphomen und dem Multiplen Myelom, ernsten Erkrankungen, die jedoch zunehmend gut auf moderne Behandlungen ansprechen. Häufig betreut dieselbe Fachärztin oder derselbe Facharzt die Patientinnen und Patienten in beiden Bereichen, da ein auffälliges Blutbild sowohl auf einen einfachen Mangel als auch auf eine schwerwiegende Krankheit hindeuten kann und erst gezielte Tests Klarheit schaffen. Aus diesem Grund bildet eine sorgfältige, stufenweise Diagnostik das Kernstück des Fachgebiets.

Krankheitsbilder und Teilgebiete

Das Spektrum der Erkrankungen ist breit gefächert. Anämien, darunter Eisen-, Vitamin-B12- und Folsäuremangelanämien, zählen neben einem Mangel an weissen Blutkörperchen oder Blutplättchen zu den häufigsten Überweisungsgründen. Zu den bösartigen Bluterkrankungen gehören akute und chronische Leukämien, Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome, das Multiple Myelom sowie myelodysplastische und myeloproliferative Neoplasien. Blutungs- und Gerinnungsstörungen umfassen die Hämophilie und weitere angeborene oder erworbene Erkrankungen, die zu vermehrten Blutungen oder einer gesteigerten Thromboseneigung führen. Auch angeborene Störungen der roten Blutkörperchen wie Thalassämien und die Sichelzellkrankheit werden hier behandelt, häufig bereits ab dem Kindesalter. Die therapeutische Apherese zur Filterung und Aufbereitung des Blutes sowie die Knochenmarktransplantation stellen spezialisierte Bereiche dar, die die Behandlung schwerster Erkrankungen unterstützen.

Gängige Behandlungen und Verfahren

Die Behandlung wird präzise auf die jeweilige Diagnose abgestimmt. Viele gutartige Erkrankungen lassen sich medikamentös, durch den Ausgleich von Eisen- oder Vitaminmängeln oder durch die Therapie der Grunderkrankung beheben; Bluttransfusionen unterstützen Patientinnen und Patienten bei stark erniedrigten Blutwerten. Bei bösartigen Bluterkrankungen bleibt die Chemotherapie nach hohen klinischen Standards eine tragende Säule, die zunehmend mit zielgerichteten Therapien und Immuntherapien kombiniert wird, die spezifisch an der jeweiligen Erkrankung ansetzen. Die therapeutische Apherese entfernt oder ersetzt bei bestimmten Indikationen gezielt Blutbestandteile. Bei ausgewählten Betroffenen ersetzt eine Knochenmarktransplantation das erkrankte Knochenmark durch gesunde blutbildende Zellen und bietet die Aussicht auf Heilung. Begleitet werden diese Behandlungen von einer leistungsfähigen Labordiagnostik, Transfusionsmedizin und Intensivmedizin, wobei intensivere Therapien stationär unter strengem Infektionsschutz erfolgen.

Diagnostik und Technologie

Die Diagnostik in der Hämatologie stützt sich auf die Untersuchung des Blutes. Das grosse Blutbild erfasst rote und weisse Blutkörperchen sowie Blutplättchen, während der Blutausstrich deren Erscheinungsbild unter dem Mikroskop beurteilt und häufig den ersten Hinweis auf die Diagnose liefert. Gerinnungstests überprüfen die Blutgerinnungsfähigkeit, und die Bestimmung der Retikulozyten zeigt, wie aktiv neue rote Blutkörperchen nachgebildet werden. Ist ein genaueres Bild erforderlich, ermöglicht eine Knochenmarkuntersuchung den direkten Einblick in den Ort der Blutbildung. Genetische und immunologische Untersuchungen bestimmen den genauen Subtyp einer Leukämie oder eines Lymphoms, was heute als Grundlage für moderne zielgerichtete Therapien dient. Bildgebende Verfahren ermöglichen die Stadienbestimmung bei Lymphomen und beurteilen Lymphknoten sowie Organe, sodass die Ausbreitung der Erkrankung vor Beginn der Therapie vollständig erfasst wird.

Was Sie als internationale Patientin oder internationaler Patient erwartet

Für Anreisende aus dem Ausland richtet sich der Ablauf nach der jeweiligen Diagnose. Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel ambulant und lässt sich meist innerhalb weniger Tage abschliessen; dazu gehören Blutuntersuchungen, bei Bedarf eine Knochenmarkuntersuchung sowie die ausführliche Besprechung der Ergebnisse, bevor der Behandlungsplan festgelegt wird. Die eigentliche Therapie gestaltet sich sehr unterschiedlich: Manche Betroffene benötigen lediglich Medikamente oder tagesklinische Infusionen und können in einer nahegelegenen Unterkunft wohnen, während eine intensive Chemotherapie oder eine Knochenmarktransplantation einen längeren Aufenthalt erfordert, mitunter mehrere Wochen stationär unter strengem Infektionsschutz. Da Bluterkrankungen oft eine kontinuierliche Nachsorge verlangen, wird der Plan so ausgelegt, dass Kontrollen und unterstützende Massnahmen nach Abschluss der Intensivphase bei einer Ärztin oder einem Arzt am Heimatort fortgeführt werden können. Dolmetschende und der internationale Patientenservice begleiten Sie während des gesamten Aufenthalts.

Häufig gestellte Fragen

Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Was behandelt eine Hämatologin oder ein Hämatologe?

Fachärzte für Hämatologie behandeln Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarks und des lymphatischen Systems, sowohl gutartige als auch bösartige. Dazu zählen Anämien, ein Mangel an weissen Blutkörperchen oder Blutplättchen, Leukämien, Lymphome und Multiples Myelom, myelodysplastische und myeloproliferative Erkrankungen, Blutungs- und Gerinnungsstörungen sowie Erbkrankheiten wie Thalassämie und Sichelzellkrankheit.

Wann sollte ich eine Hämatologin oder einen Hämatologen aufsuchen?

Eine unklare oder anhaltende Anämie, auffällige Blutwerte bei einer Routineuntersuchung, schnelle Hämatombildung oder Blutungsneigung, wiederkehrende Blutgerinnsel, vergrösserte Lymphknoten, gehäufte Infektionen oder eine bekannte erbliche Bluterkrankung sind Gründe für eine fachärztliche Abklärung, um die Ursache festzustellen und die passende Behandlung einzuleiten.

Wie lange muss ich vor Ort bleiben?

Dies hängt vollständig von der Diagnose ab. Die Diagnosestellung erfolgt meist ambulant über wenige Tage. Die Behandlung reicht von Medikamenten und tagesklinischen Infusionen, die nur kurze Termine erfordern, bis hin zu intensiver Chemotherapie oder einer Knochenmarktransplantation, die mehrwöchige stationäre Aufenthalte nach sich ziehen kann. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen nach Sicherung der Diagnose einen verlässlichen Zeitplan erstellen.

Ist eine Knochenmarkuntersuchung schmerzhaft?

Eine Knochenmarkuntersuchung wird unter örtlicher Betäubung und gelegentlich mit einer leichten Sedierung durchgeführt, sodass die entsprechende Stelle betäubt ist und der Eingriff nur kurz dauert. Während der Probenentnahme kann ein kurzes Druckgefühl spürbar sein; eventuelle Beschwerden im Anschluss sind meist mild und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen ab, wozu Ihnen Ihr Team einfache Hinweise zur Nachsorge gibt.

Wie werden Leukämie und Lymphome behandelt?

Bösartige Bluterkrankungen werden zunächst durch Blutuntersuchungen, Knochenmarkbiopsien, genetische Analysen und Bildgebung exakt diagnostiziert und anschliessend gemäss dem genauen Subtyp behandelt. Die Therapie kann eine Chemotherapie mit zielgerichteten Therapien und Immuntherapien sowie bei ausgewählten Betroffenen eine Knochenmarktransplantation kombinieren, stets eng abgestimmt mit der Onkologie und gestützt auf eine leistungsfähige Labordiagnostik und Intensivmedizin.

Wann kann ich nach Hause fliegen und wie gestaltet sich die Nachsorge?

Dies richtet sich nach der Art der Behandlung. Nach einem Diagnostikaufenthalt oder einer unkomplizierten Behandlung ist das Fliegen in der Regel uneingeschränkt möglich, sobald die Nachwirkungen des Eingriffs abgeklungen sind. Nach intensiven Therapien oder einer Transplantation informiert Sie Ihr Team über den sicheren Reisezeitpunkt, meist sobald sich Blutwerte und Immunsystem ausreichend erholt haben. Da Bluterkrankungen meist eine fortlaufende Kontrolle erfordern, wird die Nachsorge so geplant, dass sie bei einer Ärztin oder einem Arzt an Ihrem Wohnort weitergeführt werden kann.

Gibt es Unterstützung durch Dolmetscher oder Sprachbegleitung?

Ja. Internationale Patientendienste umfassen üblicherweise Dolmetschende und Koordinatoren, die bei Terminen, Aufklärungsgesprächen, komplexen Erklärungen und alltäglichen Fragen helfen. Dies ist gerade in der Hämatologie von Bedeutung, da Diagnosen und Behandlungspläne sehr detailliert sein können und während des gesamten Behandlungsweges klar verstanden werden müssen.

Können erbliche Bluterkrankungen wie Thalassämie hier behandelt werden?

Ja. Angeborene Erkrankungen der roten Blutkörperchen wie Thalassämie und Sichelzellkrankheit werden in der Hämatologie diagnostiziert und betreut, häufig ab dem Kindesalter, mit regelmässigen Kontrollen, Transfusionen und weiteren unterstützenden Massnahmen sowie bei ausgewählten Betroffenen einer Knochenmarktransplantation. Der Behandlungsplan wird so ausgelegt, dass er zwischen den fachärztlichen Kontrollen bei einer heimatnahen Ärztin oder einem heimatnahen Arzt fortgeführt werden kann.

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