Infektiologie
Infektiologie ist an 2 Krankenhäusern in 2 Städten im Voumed-Netzwerk verfügbar.
2 Krankenhäuser versorgen Patienten in diesem Fachgebiet in 2 Ländern über das Voumed-Netzwerk; 1 davon ist JCI-akkreditiert.
Die Infektiologie ist das Fachgebiet, das Infektionen durch Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten diagnostiziert und behandelt, insbesondere solche, die ungewöhnlich, langwierig oder wiederkehrend sind oder sich schwer behandeln lassen. Fachärztinnen und Fachärzte für Infektiologie werden häufig hinzugezogen, wenn ein Fieber keine erkennbare Ursache hat, wenn eine Infektion immer wiederkehrt oder nicht auf Antibiotika anspricht, wenn eine Operationswunde, ein künstliches Gelenk oder ein anderes Implantat betroffen ist, sowie bei chronischen Erkrankungen wie HIV und Virushepatitis. Zudem beraten sie zu Impfungen und zur Gesunderhaltung vor und nach Reisen. Patientinnen und Patienten reisen für diese Versorgung an, um ein erfahrenes Team mit Anbindung an ein vollständiges mikrobiologisches Labor zu erreichen, um eine unklare Infektion in einem einzigen abgestimmten Aufenthalt abklären zu lassen oder um einen klaren Behandlungsplan für eine chronische Virusinfektion zu erhalten.
Das Wichtigste in Kürze
- Fachärztinnen und Fachärzte für Infektiologie diagnostizieren und behandeln schwierige Infektionen, darunter unklares Fieber, wiederkehrende oder arzneimittelresistente Infektionen, HIV, Virushepatitis, Tuberkulose sowie Infektionen von Knochen, Gelenken, Herzklappen oder Implantaten.
- Den genauen Erreger zu bestimmen ist entscheidend, daher werden Kulturen, Blutuntersuchungen und molekularbiologische Tests meist vor Beginn oder Wechsel einer Antibiotikatherapie durchgeführt, sofern dies medizinisch sicher ist.
- Die Behandlung wird gezielt auf den Erreger und den Ort der Infektion abgestimmt; unnötige oder übermäßig breit wirksame Antibiotika werden vermieden, um Nebenwirkungen und die Entstehung von Resistenzen zu begrenzen.
- Die Versorgung erfolgt meist ambulant, schwere Infektionen können jedoch eine stationäre Aufnahme und intravenöse Antibiotikagaben über mehrere Wochen erfordern, was die Aufenthaltsdauer für internationale Patientinnen und Patienten bestimmt.
- Infektionen im Umfeld geplanter Operationen erfordern besondere Sorgfalt: Voruntersuchungen vor dem Eingriff und eine rasche Abklärung bei Fieber oder Wundproblemen im Anschluss tragen dazu bei, Komplikationen frühzeitig zu verhindern und zu behandeln.
Auf dieser Seite
Auf einen Blick
- Häufige Untersuchungen und Verfahren
- Blut- und Urinkulturen, molekularbiologische Tests (PCR), Viruslast- und Antikörpertests, bildgebende Diagnostik, Entnahme von Flüssigkeits- oder Gewebeproben, intravenöse Antibiotikatherapien
- Häufige Gründe für eine Reise
- strukturierte Abklärung einer unklaren oder wiederkehrenden Infektion, Einholen einer Zweitmeinung zur Behandlung, Therapieplan für eine chronische Virusinfektion
- Typischer Ablauf oder Aufenthalt
- überwiegend ambulant über einige Tage; stationäre Aufnahme bei Bedarf an intravenöser Behandlung oder engmaschiger Überwachung
- Betäubung
- meist keine; örtliche Betäubung bei Entnahme einer Flüssigkeits- oder Gewebeprobe
- Typischer erster Schritt
- Vorabprüfung Ihrer Befunde, Kulturbefunde und bisherigen Antibiotikagaben aus der Ferne, gefolgt von einem Beratungsgespräch und gezielten Untersuchungen
Überblick
Die Infektiologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin, das sich auf Infektionen und die sie verursachenden Mikroorganismen konzentriert. Die meisten Infektionen sind unkompliziert und lassen sich in der hausärztlichen Praxis gut behandeln, manche jedoch nicht. Eine Infektion kann sich hinter langanhaltendem Fieber verbergen, nach jeder Antibiotikatherapie wiederkehren, schwer zugängliche Bereiche wie Knochen, Herzklappen oder künstliche Gelenke betreffen oder durch Erreger verursacht werden, die gegen gängige Medikamente resistent sind. In solchen Fällen arbeiten infektiologische Fachärzte eng mit dem mikrobiologischen Labor zusammen, um die Ursache zu ermitteln und die passende Behandlung, deren Dosierung und Dauer festzulegen. Das Fachgebiet umfasst zudem chronische Infektionen wie HIV sowie Hepatitis B und C, Infektionen bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem und die Vorbeugung durch Impfungen und Reiseberatung. In Krankenhäusern steuern diese Fachkräfte den gezielten Einsatz von Antibiotika und die Infektionsprävention, was dazu beiträgt, alle Patientinnen und Patienten vor vermeidbaren Infektionen zu schützen.
Krankheitsbilder und Schwerpunkte
Zu den behandelten Krankheitsbildern gehört unklares Fieber, bei dem eine erhöhte Körpertemperatur über Wochen ohne offensichtliche Ursache anhält, sowie wiederkehrende Infektionen der Harnwege, der Haut, der Nasennebenhöhlen oder der Lunge. Schwere bakterielle Infektionen wie Blutstrominfektionen, Endokarditis (Infektion der Herzklappen), Knocheninfektionen (Osteomyelitis) sowie Infektionen von Gelenkprothesen, Wirbelsäulenimplantaten oder anderen Fremdkörpern erfordern eine lange und sorgfältig geplante Behandlung. Zu den chronischen Virusinfektionen zählen HIV sowie Hepatitis B und C, die sich mit modernen Medikamenten kontrollieren oder im Fall von Hepatitis C meist heilen lassen. Auch Tuberkulose, Brucellose, Pilzinfektionen und Parasitenbefall gehören zum Fachgebiet, ebenso wie Reisekrankheiten wie Malaria, Typhus oder anhaltende Durchfallerkrankungen. Zu den Schwerpunkten zählen die Reise- und Tropenmedizin, die Versorgung von HIV und Virushepatitis, Infektionen bei Personen mit geschwächter Immunabwehr infolge von Transplantationen oder Krebstherapien sowie das Management postoperativer Infektionen.
Gängige Behandlungen und Verfahren
Die Behandlung richtet sich nach dem Erreger, dem Ort der Infektion und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand. Bakterielle Infektionen werden mit Antibiotika behandelt, die auf Basis der Kulturergebnisse ausgewählt und als Tabletten oder Infusion verabreicht werden. Bei Infektionen von Knochen, Herzklappen oder Implantaten geschieht dies mitunter über sechs Wochen oder länger; in solchen Fällen kann ein dünner, langfristiger Venenkatheter gelegt werden, damit die Behandlung außerhalb des Krankenhauses fortgeführt werden kann. Manche Infektionen erfordern neben Medikamenten auch einen Eingriff, wie die Entlastung eines Abszesses oder, bei einer infizierten Gelenkprothese, eine gemeinsam mit der Orthopädie geplante Operation. HIV wird mit einer täglichen antiretroviralen Therapie kontrolliert, Hepatitis C wird in der Regel mit einer Tabletteneinnahme über etwa 8 bis 12 Wochen geheilt, und Hepatitis B wird bei Bedarf mit einer dauerhaften Medikation unter Kontrolle gehalten. Tuberkulose wird über mehrere Monate, meist rund sechs, mit einer Kombination von Medikamenten behandelt. Impfungen, vorbeugende Medikamente und Verhaltensratschläge zur Vermeidung einer Neuansteckung runden das Behandlungskonzept ab.
Diagnostik und Technologie
Die genaue Ursachenfindung steht im Mittelpunkt des Fachgebiets. Blut-, Urin- und Sputumkulturen sowie Abstriche dienen der Anzucht von Bakterien im Labor, um deren Empfindlichkeit gegenüber verschiedenen Antibiotika zu prüfen, weshalb Proben idealerweise vor Beginn der Behandlung entnommen werden. Molekularbiologische Tests, häufig als PCR bezeichnet, weisen das Erbmaterial von Viren, Bakterien und Parasiten rasch nach und können auch schwer anzüchtbare Erreger identifizieren. Blutuntersuchungen erfassen Entzündungszeichen, Antikörper und bei HIV sowie Hepatitis die Menge der Viren im Blut. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, CT, MRT und PET-CT helfen dabei, eine verborgene Infektion zu lokalisieren, während eine Echokardiographie Infektionen an den Herzklappen darstellt. Bei Bedarf wird unter örtlicher Betäubung und meist unter bildgebender Kontrolle mit einer Nadel eine Flüssigkeits-, Knochen- oder Gewebeprobe entnommen. Je nach Erreger liegen die Ergebnisse nach wenigen Stunden bis hin zu mehreren Wochen vor; der Behandlungsplan wird schrittweise an die Befunde angepasst.
Was Sie als internationale Patientin oder internationaler Patient erwartet
Für anreisende Patientinnen und Patienten besteht die wichtigste Vorbereitung darin, alle relevanten Krankenunterlagen zusammenzustellen: Befunde zu Erregern und deren Resistenzen, Aufnahmen der Bildgebung, Operationsberichte zu etwaigen Implantaten sowie eine vollständige Übersicht der bereits eingenommenen Antibiotika samt Daten und Dosierungen. Diese Vorgeschichte ist oft genauso wichtig wie neue Untersuchungen. Eine Prüfung aus der Ferne ermöglicht es dem Team festzulegen, welche Proben und Scans vor Ort erforderlich sind. Viele Abklärungen finden ambulant statt und dauern wenige Tage; manche Kulturergebnisse benötigen jedoch mehr Zeit, sodass der abschließende Plan nach Ihrer Rückkehr per Videosprechstunde abgestimmt werden kann. Sind intravenöse Antibiotika erforderlich, bleiben Sie für einige Zeit im Krankenhaus oder in dessen Nähe, oder führen die Therapie zu Hause fort, sofern dies ein ambulanter Pflegedienst vor Ort übernehmen kann. Bei einer ansteckenden Infektion erklärt Ihnen das Team alle notwendigen Vorsichtsmaßnahmen für die Reise. Dolmetscherdienste und Betreuung für internationale Gäste stehen während des Aufenthalts in der Regel zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen
Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.
Wann sollte ich eine Fachärztin oder einen Facharzt für Infektiologie aufsuchen?
Wenn Fieber über Wochen ohne erkennbare Ursache anhält, wenn eine Infektion immer wiederkehrt oder sich unter Antibiotika nicht bessert, wenn Knochen, Herzklappen oder Implantate betroffen sind oder wenn Sie mit HIV, Hepatitis B oder C oder Tuberkulose leben. Eine fachärztliche Beratung ist auch nach einer auf Reisen erworbenen Erkrankung sowie vor einer Reise sinnvoll, für die Impfungen erforderlich sind.
Warum sind Untersuchungen vor weiteren Antibiotikagaben erforderlich?
Werden Antibiotika vor der Probenentnahme verabreicht, kann dies das Wachstum der Bakterien im Labor verhindern, wodurch die Ursache verborgen bleibt und die Auswahl der richtigen Therapie erschwert wird. Sofern es medizinisch vertretbar ist, legt das Team zuerst Kulturen an und beginnt oder ändert die Behandlung erst danach. Die genaue Kenntnis des Erregers und seiner Empfindlichkeiten ermöglicht eine gezielte, wirksame Behandlung mit weniger Nebenwirkungen.
Lassen sich antibiotikaresistente Infektionen behandeln?
In den meisten Fällen ja. Resistenz bedeutet, dass herkömmliche Antibiotika gegen einen bestimmten Erreger nicht mehr wirken, Labortests zeigen jedoch meist, welche Medikamente weiterhin wirksam sind. Die Behandlung kann ein älteres oder seltener verwendetes Antibiotikum, eine Wirkstoffkombination, eine intravenöse Gabe oder eine längere Behandlungsdauer erfordern, manchmal auch die Beseitigung der Infektionsquelle, etwa eines infizierten Implantats. Eine sorgfältige Überwachung ist wichtig, da einige dieser Medikamente Dosisanpassungen erfordern.
Ist Hepatitis C heilbar?
Bei den meisten Menschen ja. Moderne antivirale Tabletten, die über etwa 8 bis 12 Wochen eingenommen werden, heilen die große Mehrheit der Hepatitis-C-Infektionen bei geringen Nebenwirkungen. Vor der Behandlung wird geprüft, welcher Virustyp vorliegt, wie hoch die Viruslast ist und wie es um den Zustand der Leber steht. Weist die Leber bereits Vernarbungen auf, wird die regelmäßige Nachsorge der Leber auch nach der Heilung fortgeführt, meist bei einer Leberspezialistin oder einem Leberspezialisten.
Wie lange muss ich für die Behandlung bleiben?
Das hängt von der Art der Infektion ab. Eine diagnostische Abklärung ist ambulant oft innerhalb weniger Tage abgeschlossen, auch wenn manche Kulturergebnisse mehr Zeit in Anspruch nehmen. Schwere Infektionen, die mit intravenösen Antibiotika behandelt werden, können einen Krankenhausaufenthalt oder eine mehrwöchige Therapie erfordern, die teilweise zu Hause fortgeführt werden kann. Ihr Behandlungsteam nennt Ihnen eine realistische Einschätzung, sobald die Diagnose feststeht.
Was geschieht, wenn nach einer Operation im Ausland eine Infektion auftritt?
Wenden Sie sich umgehend an Ihr chirurgisches Team, wenn Sie Fieber, zunehmende Rötung, Schwellung, Überwärmung, Wundsekretion oder neue Schmerzen bemerken. Eine frühzeitige Untersuchung, bei der Proben nach Möglichkeit vor der Gabe von Antibiotika entnommen werden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Infektion unkompliziert behandelt werden kann. Infektionen, die ein Implantat betreffen, erfordern meist eine gemeinsame Planung von Chirurgie und Infektiologie.
Gibt es Dolmetscherdienste und sprachliche Unterstützung?
Ja. Die Abteilungen für internationale Patientinnen und Patienten stellen in der Regel Dolmetscher und Betreuungspersonen bereit, die bei Terminen, Aufklärungsgesprächen, Einnahmeanweisungen für Medikamente und alltäglichen Fragen helfen. Da eine genaue Vorgeschichte früherer Infektionen und Antibiotikaeinnahmen von großer Bedeutung ist, hilft das Mitbringen einer schriftlichen Zusammenfassung im Vorfeld, Missverständnisse zu vermeiden.
Wie funktioniert die Nachsorge nach der Rückkehr nach Hause?
Sie erhalten einen schriftlichen Plan mit Ihrer Diagnose, der Behandlung und deren Dauer, den während der Therapie erforderlichen Kontrolluntersuchungen sowie Hinweisen darauf, bei welchen Anzeichen eine erneute Untersuchung nötig ist. Blutuntersuchungen zur Kontrolle möglicher Nebenwirkungen oder der Viruslast können meist heimatnah erfolgen, und das Behandlungsteam bleibt oft per Nachricht oder Video erreichbar, um Befunde zu besprechen und das Ende der Therapie festzulegen.
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