Reproduktionsmedizin (IVF und Kinderwunschmedizin)

Reproduktionsmedizin (IVF und Kinderwunschmedizin)

Reproduktionsmedizin (IVF und Kinderwunschmedizin) ist an 21 Krankenhäusern in 10 Städten im Voumed-Netzwerk verfügbar.

21 Krankenhäuser versorgen Patienten in diesem Fachgebiet in 5 Ländern über das Voumed-Netzwerk; 13 davon sind JCI-akkreditiert.

So verifiziert Voumed die Leistungsdaten der Krankenhäuser

Die Reproduktionsmedizin (IVF und Kinderwunschmedizin) umfasst Verfahren wie die In-vitro-Fertilisation (IVF), bei der Eizelle und Samenzelle im Labor zusammengeführt werden und der entstandene Embryo in die Gebärmutter eingesetzt wird, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ausbleibt. Auf die Frage, was ist Reproduktionsmedizin und was gehört dazu, umfasst das Fachgebiet neben der klassischen IVF auch Methoden wie die Mikroinjektion einer einzelnen Samenzelle in die Eizelle, die operative Samengewinnung, das Einfrieren von Eizellen, Samenzellen und Embryonen sowie die genetische Untersuchung von Embryonen vor einer Schwangerschaft. Paare und Einzelpersonen reisen für Kinderwunschbehandlungen ins Ausland, da sie dort erfahrene reproduktionsmedizinische Teams, moderne embryologische Labore und die Möglichkeit vorfinden, einen Behandlungszyklus in Ruhe und Privatsphäre abseits des Alltags zu durchlaufen. Für viele ist dies ein zutiefst persönlicher Weg, bei dem eine gute Betreuung das Paar als Ganzes wahrnimmt und nicht nur einzelne Befunde betrachtet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hormonelle Medikamente lassen mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen, die aus den Eierstöcken entnommen, im Labor mit Samenzellen befruchtet und als Embryonen in die Gebärmutter übertragen werden.
  • Die Ursachen können bei einem Partner oder häufig bei beiden liegen, weshalb die Abklärung Hormonwerte, eine Follikelzählung und eine Untersuchung des Samens miteinander kombiniert.
  • Die Eizellentnahme ist ein kurzer Eingriff durch die Scheidenwand unter leichter Sedierung oder kurzer Narkose, während das Einsetzen des Embryos völlig ohne Betäubung auskommt.
  • Der gesamte Behandlungszyklus verläuft ambulant ohne Übernachtung in der Klinik, und die frühe hormonelle Stimulation kann unter Anleitung teils bereits zu Hause beginnen, um die Reisedauer kurz zu halten.
  • Über den Standardzyklus hinaus umfasst das Spektrum das Einfrieren von Eizellen und Embryonen, die operative Samengewinnung, das direkte Injizieren einer Samenzelle in die Eizelle sowie die genetische Diagnostik von Embryonen vor Beginn einer Schwangerschaft.
Auf dieser Seite

Auf einen Blick

Teilgebiete
In-vitro-Fertilisation (IVF), gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin, Andrologie und männliche Fertilitätsstörungen, reproduktionsmedizinische Chirurgie, Präimplantationsdiagnostik, Fertilitätserhalt
Häufige Verfahren
Ovarielle Stimulation, Eizellentnahme, ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion), Embryotransfer, operative Samengewinnung, Kryokonservierung von Eizellen und Embryonen, Transfer aufgetauter Embryonen
Häufige Reisegründe
Erfahrene reproduktionsmedizinische Teams, moderne Labore für Embryologie und Genetik, Möglichkeit eines diskreten Behandlungszyklus abseits des gewohnten Umfelds
Typischer Klinikaufenthalt
Vollständig ambulant, Eizellentnahme als kurzer tagesklinischer Eingriff ohne stationäre Übernachtung für die meisten Patientinnen
Betäubung
Leichte Sedierung oder kurze Vollnarkose bei der Eizellentnahme, keine Betäubung beim Embryotransfer
Typischer erster Schritt
Online-Erstberatung mit Hormonanalysen und Spermiogramm zur Planung eines individuellen Behandlungszyklus

Überblick

Die assistierte Reproduktion ist der Oberbegriff für medizinische Verfahren, die eine Befruchtung ermöglichen, wenn diese auf natürlichem Weg nicht eingetreten ist. Die In-vitro-Fertilisation (IVF) bildet dabei das zentrale Verfahren: Eizellen werden durch hormonelle Medikamente zur Reifung gebracht, aus den Eierstöcken entnommen, im Labor mit Samenzellen befruchtet, zu Embryonen kultiviert und anschließend in die Gebärmutter übertragen. Liegt die Ursache auf männlicher Seite, kann eine einzelne gesunde Samenzelle direkt in die Eizelle eingebracht werden, ein Verfahren namens ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion). Finden sich keine Samenzellen im Ejakulat, können diese manchmal über einen kleinen chirurgischen Eingriff direkt aus dem Hoden gewonnen werden. Eizellen, Samenzellen und Embryonen lassen sich zudem einfrieren und für eine spätere Verwendung lagern, und Embryonen können vor dem Transfer auf erbliche Erkrankungen untersucht werden. Eine IVF wird in der Regel in Betracht gezogen, wenn nach etwa einem Jahr regelmäßiger ungeschützter Versuche keine Schwangerschaft eingetreten ist, oder früher bei eindeutigen Ursachen wie ausgeprägter männlicher Unfruchtbarkeit, verschlossenen Eileitern oder fortgeschrittenem Alter.

Krankheitsbilder und Schwerpunkte

Die Reproduktionsmedizin befasst sich mit Ursachen, die bei beiden Partnern und häufig bei beiden gemeinsam vorliegen können. Auf weiblicher Seite zählen dazu Störungen des Eisprungs wie beim polyzystischen Ovarsyndrom, verschlossene oder geschädigte Eileiter, Endometriose, eine mit dem Alter abnehmende Eierstockreserve sowie anatomische Veränderungen der Gebärmutter wie Myome, Polypen oder Verwachsungen. Auf männlicher Seite gehören dazu eine verminderte Konzentration, eingeschränkte Beweglichkeit oder Fehlformen der Samenzellen bis hin zum vollständigen Fehlen von Spermien im Ejakulat. Wiederholte Fehlgeburten werden in einem eigenen diagnostischen und therapeutischen Pfad abgeklärt, teils ergänzt durch genetische Untersuchungen der Embryonen. Bei vielen Paaren lässt sich keine eindeutige Einzelursache feststellen, was als idiopathische oder ungeklärte Infertilität bezeichnet wird und dennoch gut auf eine Behandlung ansprechen kann. Der Fertilitätserhalt durch das Einfrieren von Eizellen oder Samenzellen vor einer Krebstherapie oder aus persönlichen Gründen gewinnt im Fachgebiet zunehmend an Bedeutung.

Gängige Behandlungen und Abläufe

Ein Behandlungszyklus beginnt in der Regel mit Hormoninjektionen, die das Heranreifen mehrerer Eizellen anregen und engmaschig per Ultraschall und Blutuntersuchungen überwacht werden. Eine abschließende Auslösespritze schließt die Eizellreifung ab, woraufhin die Eizellen in einem kurzen Eingriff durch die Scheidenwand unter leichter Sedierung entnommen werden. Im Labor erfolgt die Befruchtung der Eizellen entweder durch Zusammenbringen mit aufbereitetem Samen oder häufiger durch ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion), bei der je eine Samenzelle pro Eizelle injiziert wird. Die Embryonen entwickeln sich über mehrere Tage, teils bis zum Blastozystenstadium, und der am besten geeignete Embryo wird in einem kurzen, schmerzlosen Transfer in die Gebärmutter eingesetzt. Daran schließt sich eine hormonelle Unterstützung an, und etwa zwei Wochen später erfolgt ein Schwangerschaftstest per Blutabnahme. Weitere qualitativ hochwertige Embryonen können für spätere Versuche eingefroren werden. Falls erforderlich, werden kleinere operative Eingriffe an der Gebärmutter wie eine Hysteroskopie zur Polypenentfernung oder eine operative Samengewinnung beim Mann vor dem eigentlichen Zyklus durchgeführt.

Diagnostik und Medizintechnik

Die Planung eines Behandlungszyklus basiert auf einer sorgfältigen Untersuchung beider Partner. Bei der Frau umfasst dies Hormonanalysen im Blut, eine sonographische Zählung der Antralfollikel zur Beurteilung der ovariellen Reserve sowie bildgebende Verfahren oder eine Gebärmutterspiegelung, um die Beschaffenheit der Gebärmutterhöhle und die Durchgängigkeit der Eileiter zu prüfen. Beim Mann analysiert ein Spermiogramm die Anzahl, Beweglichkeit und Morphologie der Samenzellen, ergänzt durch Hormon- und Gentests bei stark erniedrigten Werten. Moderne embryologische Labore setzen Zeitraffer-Inkubatoren ein, die Embryonen kontinuierlich fotografieren, sodass diese möglichst ungestört bleiben, während die Präimplantationsdiagnostik Embryonen vor dem Transfer auf Chromosomenveränderungen oder spezifische Erbkrankheiten wie Thalassämien oder Muskelerkrankungen untersuchen kann. Diese Verfahren ermöglichen eine individuell abgestimmte Behandlung und unterstützen das Ziel einer gesunden Einlingsschwangerschaft.

Was Sie als internationale Patientin oder internationaler Patient erwartet

Für anreisende Patientinnen und Paare wird der Behandlungszyklus meist im Vorfeld so geplant, dass der Aufenthalt im Ausland möglichst kurz gehalten wird. Nach einer telemedizinischen Erstberatung und ersten Untersuchungen kann ein Großteil der anfänglichen Hormonstimulation unter ärztlicher Anleitung oft bereits am Heimatort beginnen, sodass die Anreise zeitlich auf die Eizellentnahme, die Befruchtung und den Transfer abgestimmt wird. Ein typischer Aufenthalt für den aktiven Teil des Zyklus beträgt etwa zwei bis drei Wochen, wobei der genaue Ablauf vom gewählten Protokoll und den Laborergebnissen abhängt. Der männliche Partner muss in der Regel zur Eizellentnahme vor Ort sein, um die Samenprobe abzugeben, wenngleich Samenzellen bei schwieriger Reiseplanung auch vorab tiefgefroren werden können. Viele Patientinnen entscheiden sich für einen späteren, kürzeren Aufenthalt zum Transfer eines aufgetauten Embryos, was die anstrengende Stimulationsphase vom Transfer trennt und die Reiseplanung erleichtert. Dolmetscherdienste und internationale Patientenservices unterstützen bei der Organisation von Terminen, Medikamenten und organisatorischen Fragen.

Häufig gestellte Fragen

Diese Antworten sind allgemeine Hinweise und können je nach Anbieter abweichen. Klären Sie die Einzelheiten mit dem Krankenhaus Ihrer Wahl.

Wann ist eine IVF die passende Behandlungsoption?

Eine In-vitro-Fertilisation (IVF) wird meist nach etwa einem Jahr regelmäßiger ungeschützter Versuche ohne Schwangerschaft erwogen, oder früher bei eindeutigen Befunden wie verschlossenen Eileitern, ausgeprägter männlicher Infertilität oder fortgeschrittenem Alter. Eine erste Untersuchung beider Partner klärt, ob eine IVF, eine einfachere Therapiemethode oder zunächst ein operativer Eingriff der geeignetste Weg ist.

Wie lange dauert ein IVF-Zyklus von Anfang bis Ende?

Der aktive Teil eines Zyklus von den ersten Hormoninjektionen bis zum Embryotransfer dauert in der Regel etwa zwei bis drei Wochen, gefolgt von einem Schwangerschaftstest etwa zwei Wochen später. Vorbereitende Planungen, Voruntersuchungen und einleitende Maßnahmen erfolgen im Vorfeld und können häufig bereits aus der Ferne begonnen werden.

Muss mein Partner mit mir reisen?

Bei den meisten Zyklen ist die Anwesenheit des männlichen Partners um den Zeitpunkt der Eizellentnahme erforderlich, um eine frische Samenprobe abzugeben. Ist die Anreise schwierig, können Samenzellen mitunter vorab gewonnen und eingefroren werden, sodass dem Labor zum Zeitpunkt der Eizellentnahme eine Probe bereitsteht.

Benötige ich eine Vollnarkose?

Die Eizellentnahme ist ein kurzer Eingriff, der unter einer leichten Sedierung oder einer kurzen Vollnarkose durchgeführt wird, sodass keine Schmerzen spürbar sind und Sie die Klinik in der Regel noch am selben Tag verlassen können. Der anschließende Embryotransfer erfordert keine Betäubung und ähnelt einer routinemäßigen gynäkologischen Untersuchung.

Können die Embryonen auf genetische Erkrankungen untersucht werden?

Ja. Mithilfe der Präimplantationsdiagnostik können Embryonen vor dem Transfer auf Chromosomenanomalien oder auf bestimmte familiäre Erbkrankheiten wie Thalassämien oder spezifische Muskelerkrankungen untersucht werden, was insbesondere für Paare mit einem bekannten genetischen Risiko von Bedeutung ist.

Was ist ein Kryo-Embryotransfer und wie lässt er sich mit einer Reise vereinbaren?

Qualitativ hochwertige Embryonen, die nicht sofort übertragen werden, können eingefroren und aufbewahrt werden. In einem späteren Zyklus wird die Gebärmutterschleimhaut vorbereitet und ein aufgetauter Embryo eingesetzt, was einen kürzeren und körperlich schonenderen Aufenthalt ermöglicht. So lässt sich die anspruchsvolle Phase der ovariellen Stimulation vom Transfer trennen, was für anreisende Patientinnen oft besonders praktisch ist.

Wann kann ich nach der Behandlung nach Hause fliegen?

Die meisten Patientinnen können ein bis zwei Tage nach dem Embryotransfer die Heimreise per Flugzeug antreten, da es sich um einen kleinen ambulanten Eingriff handelt. Ihr Behandlungsteam berät Sie dazu individuell, und routinemäßige Schwangerschaftstests sowie frühe Kontrolluntersuchungen können bei einer Praxis an Ihrem Heimatort erfolgen.

Ist eine Kinderwunschbehandlung im Ausland sicher?

Ja, sofern die Behandlung durch qualifizierte reproduktionsmedizinische Teams in einem akkreditierten Zentrum mit modernem embryologischem Labor und strukturierter Nachsorge erfolgt. Die Wahl einer erfahrenen Klinik, eine ausreichende zeitliche Planung für den Zyklus und ein verlässlicher Kontakt zu Ihrem Behandlungsteam nach der Rückkehr sind entscheidend für eine sichere Betreuung.

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