Gynäkologie

Endometriose-OP: Verfahren, Ablauf, Risiken und Heilungsverlauf

Bei einer Endometriose-OP werden Herde laparoskopisch exzidiert. Erfahren Sie Details zu Methoden, Krankschreibung, Risiken sowie Kosten.

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A compassionate female specialist speaking with a relieved patient in a sunlit modern private hospital recovery suite.

Endometriose-OP: Verfahren, Ablauf, Risiken und Heilungsverlauf

Kurzantwort: Die laparoskopische Exzision gilt als Goldstandard der Endometriose-OP, da sie krankhafte Herde mitsamt ihrer tiefen fibrösen Basis bis ins gesunde Gewebe vollständig herausschneidet. Dies ermöglicht eine langfristige Schmerzlinderung, liefert Gewebeproben für die histologische Sicherung und schont bei sorgfältiger Operationstechnik die ovarielle Reserve und Fruchtbarkeit.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die chirurgische Exzision entfernt Endometrioseherde tiefenwirksam, während eine oberflächliche Ablation tieferliegende Gewebeanteile meist unberührt lässt.
  • Eine exakte Operationsplanung erfordert vorab einen hochauflösenden transvaginalen Ultraschall nach speziellem Endometriose-Protokoll oder ein Becken-MRT.
  • Das Entfernen von Ovarialendometriomen kann die Eizellreserve verringern, weshalb die Bestimmung des Anti-Müller-Hormons (AMH) im Vorfeld ratsam ist.
  • Die reguläre Krankschreibung nach dem Eingriff beträgt zwei bis vier Wochen, verlängert sich bei Darm- oder Harnwegsbeteiligung jedoch auf rund sechs Wochen.
  • Bei langen Wartezeiten im Heimatland nutzen viele Betroffene spezialisierte Zentren im Ausland, um sich von erfahrenen Teams mit Kostenvorteilen von 50 % bis 70 % behandeln zu lassen.

Die Endometriose ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der sich Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutterhöhle ansiedelt. Diese Zellverbände reagieren auf den hormonellen Zyklus, führen zu chronischen Entzündungen im Bauchraum, verursachen bindegewebige Verwachsungen und verändern nicht selten die anatomischen Strukturen des Beckens.

Ziel einer operativen Behandlung mittels minimalinvasiver Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist es, chronische Beckenschmerzen zu lindern, Verwachsungen zu lösen, die betroffenen Organfunktionen wiederherzustellen und die Fruchtbarkeit bestmöglich zu bewahren. Dabei steht der Schutz des umliegenden gesunden Gewebes an oberster Stelle.

Exzision versus Ablation: Welche OP bei Endometriose ist die richtige Wahl?

Bei der Frage, welche OP bei Endometriose das schonendste und nachhaltigste Ergebnis verspricht, gilt die laparoskopische Exzision gegenüber der oberflächlichen Ablation als überlegen. Sie schneidet krankhafte Herde vollständig bis in gesunde Gewebeschichten heraus, anstatt sie lediglich an der Oberfläche zu verbrennen.

Bei der oberflächlichen Ablation setzt das chirurgische Team thermische Energie wie Diathermie oder Laser ein, um sichtbare Herde auf dem Bauchfell zu verdampfen oder zu koagulieren. Diese Methode ist technisch weniger anspruchsvoll und wird in der allgemeinen Gynäkologie häufig angewandt, stößt klinisch jedoch rasch an ihre Grenzen. Endometrioseherde verhalten sich oft wie Eisberge: Während an der Oberfläche nur ein kleiner Herd sichtbar ist, reicht die aktive Infiltration mehrere Millimeter tief in den subperitonealen Raum und bildet dort derbe Narbenknoten.

Wird lediglich die Oberfläche verödet, verbleiben die tieferliegenden Stromazellen und Entzündungsareale im Körper. Dies führt bei vielen Patientinnen dazu, dass Schmerzen bereits wenige Monate nach dem Eingriff erneut auftreten. Ein weiterer Nachteil der Ablation: Durch die thermische Zerstörung kann kein verwertbares Gewebe für eine histologische Untersuchung gewonnen werden, womit der mikroskopische Nachweis der Erkrankung fehlt.

Die laparoskopische Exzisionschirurgie basiert dagegen auf einer feinen Mikrodissektion. Das betroffene Areal wird mit mikrochirurgischer Schere oder präzisen Energieinstrumenten schichtweise freipräpariert, bis gesunde Ränder erreicht sind. Operateure heben den gesamten Herd aus dem gesunden Gewebeverband heraus, selbst wenn dieser nah an sensiblen Strukturen wie den Harnleitern, großen Beckengefäßen oder Nervengeflechten liegt. Diese Technik erfordert eine fundierte chirurgische Ausbildung und eingehende Kenntnisse der Anatomie des Retroperitonealraums.

Klinische Untersuchungen zeigen, dass für die Endometriose-OP positive Erfahrungen vieler Patientinnen vor allem mit einer vollständigen Exzisionschirurgie einhergehen, da diese zu einer langfristigen Schmerzlinderung führt. Die Rate an Folgeeingriffen ist im Vergleich zur bloßen Ablation deutlich niedriger, was die Lebensqualität spürbar stabilisiert.

Kriterium Laparoskopische Exzision Oberflächliche Ablation
Chirurgische Technik Scharfe Präparation mit vollständiger Herd- und Ränderentfernung Thermische Verödung oder Laserverdampfung der Oberfläche
Gewebeeindringung Gesamte Schichtdicke bis ins gesunde Gewebe Nur oberflächlich (1 bis 2 mm Gewebetiefe)
Histologische Probe Intaktes Gewebe wird zur Pathologie gesendet Gewebe wird zerstört; keine Biopsie möglich
Befall im tiefen Gewebe Wirksam bei tiefen Knoten und Fibrosen Unwirksam; tiefe Krankheitsanteile verbleiben
Symptomwiederkehr Geringere dokumentierte Rückfallraten Höhere Rate an persistierenden oder frühen Schmerzen
Operativer Anspruch Hoch; erfordert spezielle Weiterbildung Moderat; gynäkologischer Standardeingriff

Diagnostik vor dem Eingriff: Hochauflösender Ultraschall und MRT im Vergleich

Für eine fundierte Operationsplanung ist eine spezialisierte Bildgebung unerlässlich, da herkömmliche gynäkologische Basisultraschalluntersuchungen tiefe Endometrioseherde abseits der Eierstöcke häufig übersehen. Ein transvaginaler Expertenultraschall oder ein dediziertes Becken-MRT stellen den Organbefall präzise dar.

Viele Patientinnen mit schweren Beschwerden wie dysmenorrhoischen Krämpfen, tief sitzenden Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie) oder zyklusabhängigen Darm- und Blasenproblemen erhalten nach einer routinemäßigen Ultraschalluntersuchung zunächst die Auskunft, organisch sei alles unauffällig. Standardgeräte und kurze Routineuntersuchungen erfassen tief infiltrierende Knoten an den Haltebändern der Gebärmutter oder an der Darmwand schlichtweg nicht.

Um intraoperative Überraschungen zu vermeiden und festzustellen, welche Fachdisziplinen am Eingriff beteiligt sein müssen, kommen zwei Verfahren zum Einsatz:

  • Spezialisierter transvaginaler Ultraschall: Diese Untersuchung erfolgt nach dem internationalen IDEA-Protokoll (International Deep Endometriosis Analysis). Fachärzte prüfen die Verschieblichkeit der Organe gegeneinander (das sogenannte Verschiebezeichen bzw. „Sliding Sign“ zwischen Gebärmutter und Rektum) und beurteilen gezielt Schmerzpunkte. Dadurch lassen sich Knoten im Septum rectovaginale, an den Sakrouterinligamenten sowie an der Darmwand direkt darstellen.
  • Dediziertes Becken-MRT: Bei dieser Magnetresonanztomographie arbeiten Radiologen mit hochauflösenden 1,5-Tesla- oder 3,0-Tesla-Scannern. Häufig wird vor der Untersuchung Gel in Scheide und Mastdarm eingebracht und ein krampflösendes Medikament verabreicht, das die Darmbewegung vorübergehend dämpft. Das Becken-MRT liefert eine Übersicht über das gesamte kleine Becken und verdeutlicht, wie tief Herde in die Muskelschicht des Darms vordringen oder ob sie die Harnleiter einengen.

Digitale Bilddaten und detaillierte Befunde erleichtern dem Operationsteam die Vorbereitung: Es kann die erforderliche Operationszeit realistisch einplanen und bei Bedarf rechtzeitig Fachkollegen aus der Viszeralchirurgie oder Urologie hinzuziehen.

Kinderwunsch und Endometriose-OP: Schutz der ovariellen Reserve

Besteht ein Kinderwunsch, erfordert die Endometriose-OP ein besonders gewebeschonendes Vorgehen, da das Ausschälen von Zysten an den Eierstöcken gesunde Follikel beeinträchtigen kann. Die Bestimmung des AMH-Werts vor dem Eingriff hilft dabei, das individuelle Vorgehen sorgfältig abzuwägen.

Endometriome, umgangssprachlich auch „Schokoladenzysten“ genannt, stellen im operativen Alltag ein komplexes Dilemma dar. Wenn eine Zystenkapsel im Ganzen vom umgebenden Eierstockgewebe abgezogen wird (Zystektomie), zeigt die feingewebliche Untersuchung regelmäßig, dass an der Kapselaußenseite mikroskopisch kleine Anteile gesunden Eierstockgewebes mit unreifen Eibläschen haften bleiben. Zudem kann die Blutstillung mittels Hitze (Elektrokoagulation) am verbleibenden Eierstockbett die Durchblutung des gesunden Restgewebes mindern.

Studien belegen, dass der Serumspiegel des Anti-Müller-Hormons (AMH), der wichtigste Blutwert zur Beurteilung der funktionellen Eizellreserve, nach der Entfernung von Ovarialendometriomen typischerweise um 20 % bis 40 % absinkt. Befinden sich an beiden Eierstöcken Zysten, fällt dieser Abfall oft noch deutlicher aus.

Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch sollten daher vor einer Eierstockoperation strukturierte Schritte durchlaufen:

  1. Präoperative Reservebestimmung: Vor dem Eingriff wird der AMH-Wert im Blut gemessen und die Zahl der Antralfollikel (AFC) per Ultraschall ermittelt, um den Ausgangszustand der Eierstöcke festzuhalten.
  2. Kryokonservierung von Eizellen: Liegt der AMH-Wert bereits im niedrigen Bereich, ist die Patientin über 35 Jahre alt oder müssen beide Eierstöcke operiert werden, raten Reproduktionsmediziner oft dazu, vor der Operation Eizellen über ein vorsorgliches Einfrieren (Medical Freezing) zu sichern.
  3. Gewebeschonende OP-Techniken: Um den Eierstock maximal zu schonen, wählen spezialisierte Operateure mitunter alternative Verfahren. Sie entleeren die Zyste, entfernen nur die leicht ablösbaren Anteile und behandeln das verbleibende Zystenbett mit schonender Plasmaenergie oder bipolarer Niedrigenergie, um ein aggressives Ausreißen von Follikeln zu verhindern.

Wird der Eingriff mit mikrochirurgischer Präzision durchgeführt, kann die Operation die natürliche Empfängnisrate sowie die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung (In-vitro-Fertilisation, IVF) verbessern. Verwachsungen an den Eileitern werden gelöst und entzündliche Flüssigkeit aus dem Bauchraum entfernt.

Chirurgische Verfahren: Endometriose-OP, was wird gemacht?

Bei einer Endometriose-OP führt das chirurgische Team über winzige Bauchschnitte eine Kamera sowie mikrochirurgische Instrumente ein, um Verwachsungen zu lösen und Herde präzise herauszuschneiden. Bei tiefer Infiltration von Darm oder Blase wird der Eingriff interdisziplinär erweitert.

Der Eingriff findet in Vollnarkose statt. Über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel und meist zwei bis drei weitere, etwa 5 bis 10 Millimeter kleine Zugänge im Unterbauch wird medizinisches Kohlendioxidgas eingeleitet. Das Gas hebt die Bauchdecke an und schafft den notwendigen Raum für eine übersichtliche Sicht auf die Beckenorgane. Standardmäßig arbeitet die gynäkologische Chirurgie mit starren laparoskopischen Instrumenten, die eine direkte haptische Rückmeldung bieten.

In komplexen Fällen, etwa bei tief infiltrierender Endometriose im Raum zwischen Scheide und Mastdarm (Septum rectovaginale) oder in unmittelbarer Nähe von Beckennerven, kommt vermehrt die roboterassistierte Laparoskopie zum Einsatz. Das System liefert dem Operateur eine dreidimensionale, hochauflösende Vergrößerung. Die Instrumentenspitzen ahmen die Bewegungen des menschlichen Handgelenks mit sieben Freiheitsgraden nach, filtern jedes feine Zittern heraus und ermöglichen millimetergenaue Schnitte unter engsten Raumverhältnissen.

Liegt ein Befall außerhalb der Fortpflanzungsorgane vor, kooperiert das gynäkologische Team mit weiteren Fachbereichen:

  • Darmbeteiligung: Je nach Ausdehnung und Eindringtiefe der Herde kommen viszeralchirurgisch abgestufte Verfahren infrage:
    • Superfizielles Shaving: Oberflächliches Abschälen des Herdes von der äußeren Muskel- und Bindegewebsschicht des Darms, ohne das Darminnere zu eröffnen.
    • Diskoide Resektion: Umschriebenes Herausschneiden der betroffenen Darmwandpartie mit anschließendem Verschluss der Öffnung über eine Naht oder ein Klammernahtgerät (Stapler).
    • Segmentresektion: Vollständige Entfernung eines ringförmigen Darmabschnitts (meist am Rektum oder Sigmoid) mit anschließender Neuverbindung der Darmenden (Anastomose) bei großen Herden, die das Darmlumen stark verengen.
  • Harnwegsbeteiligung: Liegen Herde an den Harnleitern, führt das Team eine Ureterolyse durch, eine vorsichtige Freilegung des Harnleiters aus derbem Narbengewebe. Wächst Gewebe in die Blasenwand ein, erfolgt in Zusammenarbeit mit der Urologie eine Teilentfernung der Blasenwand (Blasenteilresektion) mit anschließendem dichten Verschluss.

Diese interdisziplinären Eingriffe zielen darauf ab, Entzündungsherde so vollständig wie möglich zu resezieren und gleichzeitig die Funktion von Darm, Blase und Nervenbahnen langfristig zu erhalten.

Genesung und Arbeitsunfähigkeit: Wie lange krank nach einer Endometriose-OP?

Wie lange Patientinnen nach einer Endometriose-OP krankgeschrieben sind, hängt vom Umfang des Eingriffs ab: Bei unkomplizierten Verläufen dauert die Arbeitsunfähigkeit meist zwei bis vier Wochen, bei Darm- oder Blasenbeteiligung bis zu sechs Wochen. Der Körper benötigt Zeit, um innere Wundflächen zu schließen und sich von der Narkose zu erholen.

In den ersten 48 bis 72 Stunden nach der Operation klagen viele Betroffene über moderate Wundschmerzen im Unterbauch sowie über ziehende Beschwerden in den Schultern. Diese Schulterschmerzen entstehen, weil verbliebenes Kohlendioxidgas das Zwerchfell reizt, dessen Nervenbahnen im Hals- und Schulterbereich enden. Leichtes Aufstehen, ruhiges Gehen und Wärme helfen dem Körper, dieses Gas rasch abzubauen.

Die Genesungszeit verläuft typischerweise in vier Phasen:

  1. Tag 1 bis 7 (Frühphase): Ausgeprägte Müdigkeit, Schonung im Bett, Wundkontrolle an den Einstichstellen und kurze Spaziergänge in der Wohnung zur Kreislaufaktivierung.
  2. Woche 2 bis 3 (Mobilisierung): Die Schwellungen im Bauchraum klingen ab, längere Spaziergänge sind möglich; bei körperlich leichten, sitzenden Tätigkeiten oder im Homeoffice ist oft eine stufenweise Rückkehr denkbar.
  3. Woche 4 bis 6 (Funktionelle Erholung): Autofahren und leichte Alltagsbelastungen gelingen meist wieder gut; Rückkehr an reguläre Arbeitsplätze ohne schwere körperliche Anforderungen.
  4. Monat 2 bis 3 (Gewebsausreifung): Die innere Wundheilung ist weitgehend abgeschlossen, Reizungen im Nervengewebe klingen ab und sportliche Aktivitäten können schrittweise voll aufgenommen werden.

Während Frauen nach einer rein peritonealen Exzision oft ab der dritten Woche wieder arbeitsfähig sind, erfordern Darmteilentfernungen oder aufwendige Harnleiterpräparationen zwingend eine sechswöchige Schonung. In diesem Zeitraum darf nichts getragen oder gehoben werden, was schwerer als 5 Kilogramm ist, um der Entstehung von Narbenbrüchen an den Trokareinstichen vorzubeugen.

Endometriose-OP: Kosten, Wartezeiten und Behandlung im Ausland

Die Kosten einer Endometriose-OP im privaten Sektor variieren stark je nach Schweregrad und liegen beispielsweise in Großbritannien umgerechnet zwischen rund 5.800 und über 17.500 Euro (etwa 5.000 bis 15.000 GBP), während spezialisierte Zentren im Ausland oft Komplettpakete für 4.000 bis 8.000 Euro anbieten. Auch lange Wartezeiten im öffentlichen Gesundheitssystem motivieren viele Betroffene, alternative Versorgungswege zu prüfen.

Im britischen NHS oder in anderen europäischen Systemen betragen die Wartezeiten auf einen Termin in zertifizierten Endometriosezentren bei komplexen multidisziplinären Fällen nicht selten 18 bis 36 Monate. Wer diese Wartezeit privat überbrücken möchte, muss im westeuropäischen Raum mit erheblichen Kosten rechnen:

  • Private Kliniken in Westeuropa: Eine einfache Laparoskopie bei Stadium I oder II schlägt in Privatkliniken meist mit 5.800 bis 8.700 Euro (rund 5.000 bis 7.500 GBP) zu Buche. Erfordert ein schweres Stadium IV den Einsatz eines Robotersystems, eine Ureterolyse oder eine Darmteilresektion, klettern die Gesamtrechnungen inklusive Anästhesie und Stationsaufenthalt schnell auf 14.000 bis über 21.000 Euro (etwa 12.000 bis über 18.000 GBP).
  • Zertifizierte Zentren im Ausland (z. B. Türkei): Spezialisierte Kliniken bieten vollumfängliche Versorgungspakete, einschließlich präoperativer Bildgebung, Chirurgenhonorar, Anästhesie, stationärem Aufenthalt, Medikamenten und pathologischer Gewebeuntersuchung, im Bereich von 4.000 bis 8.000 Euro an.

Bei der Wahl einer ausländischen Klinik sollten Patientinnen nicht primär auf den Preis achten, sondern auf überprüfbare Qualitätskriterien. Dazu zählen eine internationale Zertifizierung durch Organisationen wie die Joint Commission International (JCI), eine staatliche Zulassung durch das türkische Gesundheitsministerium für die jeweilige Einrichtung sowie Operateure, die eine anerkannte Weiterbildung in minimalinvasiver gynäkologischer Chirurgie (MIGS) absolviert haben.

Die Reiseplanung verlangt eine strukturierte Vorbereitung: Patientinnen sollten mindestens zwei Tage vor dem Operationstermin anreisen, um Vorgespräche und Untersuchungen in Ruhe durchzuführen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus empfiehlt sich ein Aufenthalt von fünf bis sieben Tagen vor Ort. So kann das Team sicherstellen, dass die Darmpassage wieder geregelt funktioniert und Schmerzen stabil kontrolliert sind. Für den Rückflug sind Kompressionsstrümpfe, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiges Aufstehen ratsam, um das Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen zu senken.

Endometriose-OP: Risiken und mögliche Komplikationen

Obwohl die Endometriose-OP im Allgemeinen als sicheres Standardverfahren gilt, birgt jeder chirurgische Eingriff spezifische Risiken, die von leichten Wundheilungsstörungen bis hin zu seltenen Organverletzungen reichen. Schwere Komplikationen betreffen vor allem ausgedehnte Resektionen im tiefen Beckenraum.

Leichte postoperative Komplikationen treten bei etwa 2 % bis 5 % der Eingriffe auf. Hierzu zählen oberflächliche Entzündungen oder Blutergüsse an den Einstichstellen, vorübergehende Blasenentleerungsstörungen, die einen kurzzeitigen Blasenkatheter erfordern, sowie Übelkeit nach der Narkose.

Schwerwiegende Komplikationen sind selten, müssen im Aufklärungsgespräch jedoch transparent thematisiert werden:

  • Darmverletzungen: Bei Eingriffen an der Darmwand oder beim Shaving kommt es in etwa 0,5 % bis 1,5 % der Fälle zu unabsichtlichen Einrissen oder verzögerten Gewebeschäden durch Hitzeeinwirkung. Nach einer Segmentresektion oder diskoiden Entfernung besteht in 1 % bis 3 % der Fälle das Risiko einer Nahtundichtigkeit (Anastomoseninsuffizienz) oder einer Fistelbildung zwischen Scheide und Darm, was eine erneute Operation erforderlich macht.
  • Harnwegsverletzungen: Verletzungen der Harnleiter durch Hitze oder Schnitte sowie Blasenwandeinrisse treten bei etwa 1 % der tief infiltrierenden Operationen auf und verlangen zeitweise das Einlegen einer Harnleiterschiene oder eine operative Naht.
  • Blutungen: Stärkere intraoperative Blutungen, die eine Bluttransfusion oder den seltenen Wechsel zu einem offenen Bauchschnitt (Laparotomie) erzwingen, werden bei weniger als 1 % bis 2 % der Eingriffe beobachtet.
  • Nervenschädigungen: Durch Dissektionen im Bereich des Plexus hypogastricus kann es vorübergehend zu Gefühlsstörungen beim Wasserlassen oder verändertem Stuhldrang kommen; diese regulieren sich in der Regel über Wochen bis Monate.
  • Rückfallraten (Rezidive): Kein operatives Verfahren schützt mit Gewissheit vor einem erneuten Auftreten; wissenschaftliche Daten beziffern die Wahrscheinlichkeit eines Wiederauftretens von Beschwerden auf 10 % bis 20 % innerhalb von zwei bis fünf Jahren.

Wichtiger Warnhinweis bei Komplikationen nach der Rückkehr: Treten zu Hause akute Warnzeichen auf, wie hohes Fieber über 38 °C, zunehmende starke Bauchschwellung, unstillbare Schmerzen, anhaltendes Erbrechen oder übelriechender Ausfluss aus den Einstichstellen, dürfen Betroffene keinesfalls abwarten. In solchen Situationen ist eine unverzügliche Vorstellung in der Notaufnahme vor Ort erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange Schmerzen nach einer Endometriose-OP normal sind

In den ersten 48 bis 72 Stunden nach der Operation sind mäßige Wundschmerzen und ziehende Schulterschmerzen durch das verbliebene Kohlendioxidgas typisch. Die akuten Wundbeschwerden klingen meist im Laufe der ersten zwei Wochen ab, während tieferliegende Gewebe- und Nervenreizungen bei komplexen Eingriffen mehrere Wochen bis Monate benötigen können, bis sie nachlassen.

Endometriose-OP: Wie lange kein Sport getrieben werden sollte

Leichte Alltagsbewegung wie Spazierengehen ist bereits in den ersten Tagen erwünscht, während schonender Sport wie leichtes Radfahren oder Walking meist nach vier bis sechs Wochen wieder aufgenommen werden kann. Auf anstrengendes Krafttraining, intensiven Sport und das Heben von Lasten über 5 Kilogramm sollten Patientinnen für mindestens sechs Wochen verzichten, um das Risiko von Narbenbrüchen zu minimieren.

Wie schnell wächst Endometriose nach einer OP wieder nach?

Nach einer vollständigen Exzisionsoperation liegt die Rate für ein Wiederauftreten von Symptomen bei etwa 10 % bis 20 % über einen Zeitraum von zwei bis fünf Jahren. Das Risiko hängt davon ab, ob Herde vollständig entfernt werden konnten, wie ausgeprägt der ursprüngliche Befall war und welche individuellen biologischen Faktoren vorliegen.

Wer sollte eine Endometriose-OP durchführen?

Der Eingriff sollte von einer Fachärztin oder einem Facharzt für Gynäkologie durchgeführt werden, die oder der eine spezielle Ausbildung in minimalinvasiver gynäkologischer Chirurgie (MIGS) und Exzisionstechnik besitzt. Liegt eine Beteiligung von Darm oder Blase vor, sollte das Zentrum den Eingriff gemeinsam mit erfahrenen Viszeralchirurgen und Urologen interdisziplinär planen und durchführen.

Schadet das Entfernen von Endometriosezysten immer der Eizellreserve?

Die operative Entfernung eines Endometrioms birgt grundsätzlich das Risiko, die gesunde Eizellreserve zu verringern, da gesundes Gewebe fest an der Zystenwand haften kann. Studien zeigen nach Zystenausschälungen einen durchschnittlichen Abfall des AMH-Werts um 20 % bis 40 %. Spezialisierte Chirurgen senken dieses Risiko, indem sie gewebeschonende Ablösetechniken nutzen und thermische Energie am Eierstockbett so sparsam wie möglich einsetzen.

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